Pop / Rock

Swans + Pharmakon


Swans:
Eine derart in Sound und Ästhetik originäre Band wie die Swans zu beschreiben, kann nur ohne Vergleiche zu anderen Bands stattfinden. Immer neu und immer gleich. Seit dem Comeback 2010 ist “To Be Kind bereits das 3. Werk. Parallelen sind zum Vorgänger "The Seer" auszumachen, die Länge der Songs, die gewachsene, vertraute Besetzung, die sich um ein halbstündiges Monster gruppieren, die kathartische Atonalität dieser Exzesse und die selbstverständliche Integration von Gastbeiträgen. Doch verändern sich Nuancen, das Maßlose wird beibehalten,weicht aber einer ausufernden Steigerung der Intensität. Tatsächlich scheint das Ruhige mit mehr Atempausen und das Laute mit mehr Schwere ausgestattet worden zu sein. Michael Gira ist unlängst 60 geworden und man hört seiner Stimme die Jahrzehnte der Seelenschreie an, hypnotisch wirkt sein Vortrag oder angsteinflössend wie im Zwischenspiel des 35minütigen dunklen Herzstückes "Bring the sun", wenn man Hufgetrappel vernimmt und er wilde Beschwörungen schreit. Natürlich schwingt alles in einer wüsten Kakophonie aus. Doch man hat erst die Hälfte des Albums aufgenommen: es wartet das warmherzige Duett mit St. Vincent, die Kunst der atonalen, minimalen Gitarrenpartikel von Norman Westberg, die minimalen Akkordverschiebungen und die gleißende Spannung des Openers, die 17 Minuten von "She loves you", die eine paradoxe Endlichkeit evozieren und schlußendlich das Titelstück, das der kontemplative Soundtrack zum Zerbersten der Welt in grauer Dämmerung und Zeitlupe zu sein scheint. Im Kosmos der Swans vielleicht das stärkste, facettenreichste und intensivste Werk seit dem Comeback.

Pharmakon:
Pharmakon ist ein One-Woman-Projekt von Margaret Chardiet aus New York, die dort mit zur Speerspitze der Undergroundszene zählt. Sie bietet Noise der im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern des Genres sehr exakt kalkuliert ist und auf Improvisationen verzichtet. Sie webt düstere Klanglandschaften die an Bands wie Prurient und Wolf Eyes erinnern. Wie Margaret selbts beschreibt ist das zentrale Thema Verlust.


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