Tanz

Superamas - War and Terror


Die Arbeiten von Superamas sind nicht Ausdruck eines Autors oder einer Einzelperson, sondern Ergebnis eines kollektiven Schöpfungsprozesses, der aus den von einer Gruppe getroffenen Entscheidungen hervorgeht.

SUPERAMAS (AT)
War and Terror

November 13th 2015. Members of SUPERAMAS travel through Paris to work on their new stage project called Vive l’armée!, a project about WWI. Four hours later Paris faces 6 terrorist attacks causing 129 dead and around 350 wounded so far. The city of Paris bleeds. Army soldiers and task forces are all around.

«France is at war» says the French government, words pop up on the streets, in the media: terrorism, war, war terrorism, national identity, nationalism vs internationalism, bombing, retaliation… Everything is so painful, everything is so connected, everything is so senseless that one has to look at it closely, carefully.

As planned with Tanzquartier Wien SUPERAMAS will show and share phases of their upcoming work. Yesterday’s warfare meets today’s war terrorism.

Yet, these two evenings aim at contextualizing the long forgotten armed conflict of the first world war, keeping in mind the newest terrorist strategies operating right now… and its possible mediatic representations.

Cinema will help, dance will help, military re-enactment will help. We are going to grasp this tragic period with all the means we can reach. At least we will try. To survive, to carry on, to make sense, to understand, to remain united, to keep our eyes open…

Superamas ist eine Künstlergruppe, die 1999 gegründet wurde. Sie ist in Österreich, Frankreich und Belgien zuhause. Superamas ist sowohl als Theater- als auch als Tanzkompagnie bekannt, arbeitet aber auch im visuellen Bereich an der Schnittstelle bildende/darstellende Kunst. Das Kollektiv funktioniert horizontal, also ohne Hierarchie. Daraus entsteht ein transdisziplinäres Werk, das Kitsch und Schein der Populärkultur als Motor für Subversivität nutzt. Aus verschiedenen und sich ergänzenden künstlerischen Horizonten kommend, sind sich die Mitglieder doch in einem Punkt einig: das Monopol auf Unterhaltung nicht einzig Walt Disney zu überlassen und ebensowenig den Wächtern einer kritischen Haltung.

Nach den Anfängen in Paris 1999 lässt sich Superamas 2001 in Wien nieder. Die Serie BIG wird mit der Unterstützung europäischer Partner geschaffen (dans in Kortrijk, Szene Salzburg, Tanzwerkstatt Berlin, Impulstanz/Wien, Beursschouwburg Bussels, La Villete/Paris, BIT-Teatergarasjen/Bergen, Hebbel am Ufer/Berlin, CCL-Linz, Mousonturm Frankfurt, Stuk/Leuven, Tanzquartier Wien). 2008 folgt Empire – Art and Politics, das wie BIG 3 (happy/end) zum Festival d’Avignon eingeladen wird. Youdream (2010) und THEATRE (2012) folgen. Mit SuperamaX wurde im Oktober 2014 am Tanzquartier Wien ein weiteres Stück zur Premiere gebracht. 2016 werden die Arbeit Vive l’Armée! und die Installation RIOT herauskommen. Superamas hat zwei Bücher veröffentlicht, das Kunstbuch Photoperformance mit dem belgischen Verlag Imschoot und BIG 3 episodes (art/discourse) mit Les Presses du Réel. Bei der Triennale in Hasselt, in der Kunsthalle Wien, am Mousonturm, Maison de la Culture/Amiens, Museum for Young Art, Gallery the Project/NYC, Kunstverein Salzburg wurden Superamas’ visuelle Arbeiten gezeigt und beim Filmfest Berlinaire in Gent und beim Lago Filmfestival ihre Kurzfilme präsentiert. Mehr und mehr interessiert sich Superamas auch für Kuratierung, was zu Kooperationen mit dem Maison de la Culture, Amiens und Impulstanz führt (2016). Ab 2016 zeichnet Superamas für das Wiener Förderprogramm Huggy Bears verantwortlich, bei dem junge Künstler_innen jeweils für ein Jahr künstlerisch und administrativ beraten werden.

Die Arbeiten von SUPERAMAS sind nicht Ausdruck eines Autors oder einer Einzelperson, sondern Ergebnis eines kollektiven Schöpfungsprozesses, der aus den von einer Gruppe getroffenen Entscheidungen hervorgeht. So entsteht eine szenische Sprache, die notwendigerweise transdisziplinär sein muss, eine, in der die technischen Fragestellungen – die des Bildes, des Tons, der Beleuchtung, der architektonischen Gestaltung des Raums und des Schnitts – zur eigentlichen choreografischen Reflexion hinzutreten. Letztere ist aber nichtsdestotrotz das Herzstück des Repräsentationsmodus von Superamas. Tanz wird oft aus der sozialen Perspektive betrachtet und in seiner Dimension als Fest eingesetzt (der Videoclip in BIG 1, die Diskothek und die Biodanza-Techniken in BIG 3, der Tanz beim Privatempfang in EMPIRE, Poledance in YOUDREAM), die szenische Sprache der Stücke bleibt zutiefst choreografisch, indem sie sich auf Rhythmus, Raum und Präzision der Bewegung konzentriert.


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