Kunstausstellung

Sünde und Secession. Franz von Stuck in Wien


Die Ausstellung Sünde und Secession – Franz von Stuck in Wien im Unteren Belvedere ermöglicht es den Besuchern, in das Werk eines großen europäischen Künstlers einzutauchen.

Ein Kosmos voller Geheimnisse, gespeist aus den Mythen der Antiken, der zu unheimlichen Begegnungen mit mystischen Gestalten und unerwarteten Entdeckungen führt. Franz von Stucks skandalöse erotische Gemälde, allen voran Die Sünde, waren nicht allein aufgrund der Motivwahl umstritten und populär, auch Stucks Bildauffassung setzte Maßstäbe. Seine Gestaltung des Erscheinungsbildes der Münchner Secession sollte gar als Vorbild für die wenige Jahre später gegründete Wiener Secession wirken.

Der Münchner Malerfürst Franz von Stuck hatte vielfältige Beziehungen zu Wien, speziell zu den Wiener Secessionisten, welche jedoch bei der bisherigen Rezeption seines Wirkens nur wenig berücksichtigt wurden. Dies überrascht, hatte Stuck doch schon 1892 seine erste große Einzelausstellung im Wiener Künstlerhaus, die aufgrund ihres Umfangs und erkennbaren Tiefe des Oeuvres des Künstlers von der Presse gar als künstlerischer Paukenschlag bezeichnet worden war. Stuck, ein Jahr jünger als Gustav Klimt, war ein shooting star seiner Zeit und schon früh mit der bei Gerlach in Wien ab 1882 verlegten Mappe Allegorien und Embleme und den 1886 erschienenen Karten & Vignetten bekannt geworden.

Die Ausstellung SÜNDE UND SECESSION – Franz von Stuck in Wien bietet die Möglichkeit, Franz von Stucks grafisches, malerisches und plastisches Werk sowie die von ihm verwendete Fotografie ineinander verschränkt zu betrachten sowie die vielfachen Wirkungen seines Schaffens auf die Wiener Kunst zu entdecken. Damit beleuchtet die Schau das Fin de Siècle in Wien in neuer Weise mit seiner befruchtenden Verknüpfung zum Künstlerfürsten Franz von Stuck.

Stellt man die Frage, worin die spektakuläre Wirkung der Werke Franz von Stucks liegt, können sein ungewöhnlicher Einsatz intensiver Farbigkeit, Hell-Dunkel-Kontraste und die Reduktion auf Silhouetten genannt werden. Das ‚Schummerige Farbenträumerische‘ einer gewissen Abendstunde zog den Maler, der sich auch intensiv der Fotografie als Vorlage seiner Zeichnungen und Gemälde bediente, besonders an. Zu den bekanntesten Werken Stucks zählt zweifellos Die Sünde, die personifizierte „Femme Fatale“ am Ende des 19. Jahrhunderts, die den Betrachter respektlos fixiert. Diese Distanzlosigkeit in der Bildgestaltung brachte dem Künstler früh den Ruf eines Skandalmalers ein.


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