Theater

Sünde und Kaffee - Erotik im Kaffeehaus


„Sünde & Kaffee“: das Ensemble von „Tinte & Kaffee“ spielt und liest erotische Miniaturen aus dem Wiener Kaffeehaus. Von platonisch bis derb, von zotig bis poetisch. Anzüglich, witzig, sinnlich und verrucht.

„Kaffee - heiß wie das Feuer, schwarz wie die Nacht, süß wie die Liebe!“ – das war im 18. Jahrhundert ein weitverbreiteter Slogan.
Bis heute ist das Kaffeehaus der beliebteste Treffpunkt für ein erstes Rendezvous. Und die Frage „Kommst du noch mit auf einen Kaffee?“ verheißt uns erotische Genüsse.
Seit der Kaffee im 16. Jahrhundert seinen Triumphzug vom Orient in den Okzident angetreten hat, eilt dieser neuen Droge der Ruf voraus, ein besonders wirkungsvolles Aphrodisiakum zu sein. Von Anfang an aber auch begleitet von der eindringlichen Warnung, Kaffeegenuss mache impotent. Eine Streitfrage, die bis heute nicht entschieden ist.

Schon bald gelten Kaffeehäuser als Höhlen des Lasters. Ein Frauenzimmer, das ohne männliche Begleitung ein Kaffeehaus betritt, kann nur ein liederliches Mensch sein. Das einzige weibliche Wesen, das in einem anständigen Kaffeehaus arbeiten darf, ist die Sitzkassierin – regelmäßig umschwärmt und angebetet von der Hälfte der männlichen Gästeschar.
Daneben gibt es aber auch noch die anrüchigen Nachtcafés mit ihren tief dekolletierten Damenkapellen, zur Triebabfuhr des braven Bürgertums. Und schließlich die kleinen, heruntergekommenen Tschocherln, wo sich die Halb- und Unterwelt trifft, wo die Prostituierten auf ihre Kundschaft warten und kleine, arme Näherinnen vielleicht auf ein ganz kleines Stück vom Glück.
Und überall spielen sich Dramen ab – leidenschaftliche Schwärmerei und tragisches Liebessehnen auf der einen Seite, drastisch-derbe Eifersuchtsszenen voll sexueller Anzüglichkeiten auf der andern Seite.

„Sünde & Kaffee“: das Ensemble von „Tinte & Kaffee“ spielt und liest erotische Miniaturen aus dem Wiener Kaffeehaus. Beobachtet, aufgezeichnet oder sogar selbst erlebt von Autoren wie Peter Altenberg, dem platonischen Erotomanen, oder dem skandalumwitterten Arthur Schnitzler, von Ferdinand Raimund und Lorenzo da Ponte, Veza Canetti und Else Feldmann, Ödön von Horvath, H. C. Artmann, „Mutzenbacher“-Autor Felix Salten und vielen anderen.

Es spielen (alternierend):
Eva-Christina Binder, Eva Bruckner, Eszter Hollósi, Elisabeth Seethaler, Rremi Brandner, Claudius Kölz, Andreas Kosek, René Magul, Christoph Prückner


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