Klassik

Stuttgarter Philharmoniker - Alpensinfonie in Bildern von Tobias Melle


Aufbruch im Morgengrauen, hinauf durch die Wälder und Almen, über Gletscher auf den Gipfel, im Unwetter wieder hinab, bis zum Versinken des Tages. Die Stuttgarter Philharmoniker unter der Leitung von Stefan Blunier bringen die Alpen musikalisch, mit Bildern von Tobias Melle, in das Große Festspielhaus.

Programm:

WOLFGANG AMADEUS MOZART Symphonie Nr. 39 Es-Dur, KV 543

RICHARD STRAUSS Eine Alpensinfonie, op. 64 (mit Bildern von Tobias Melle)

Inspiriert vom Panorama der bayerischen Berge, schuf Richard Strauss 1915 eine sinfonische Dichtung, die am Anfang der musikalischen Moderne steht und dabei direkt der Natur entsprungen zu sein scheint. Aus dem Grummeln der Anfangstakte der ‚Alpensinfonie‘ entsteht eine ganze Welt, die das Orchester und Publikum zum Leuchten bringt und am Ende wieder überirdisch im Nichts verschwinden lässt. Es bedarf eines gewaltigen Aufwands, dieses Werk zur Aufführung zu bringen: Die Musik der Sinfonie ist so reich, detailliert und differenziert, dass die Partitur mehr als 100 Musiker vorschreibt, darunter Wind- und Donnermaschine, Glockenspiel und Herdengeläute. Das alles ergibt nahezu bildhafte Klänge. Der Münchner Fotograf und Cellist Tobias Melle hatte es sich selbst zur Aufgabe gemacht, die durch die Musik heraufbeschworenen Ansichten einzufangen und zugleich die Tiefe und Größe der Musik zu bewahren. Die Fotos fließen und vermählen sich mit der Musik. Sie heben diese schließlich in eine höhere Sphäre.

Drei Jahre lang durchwanderte Melle mit Zelt und Kamera die Berchtesgadener Alpen, um Strauss‘ musikalischer Bergwanderung nachzuspüren. Mit seinen Bildern ist es ihm gelungen, die Sinfonie um faszinierende neue Blickwinkel zu bereichern. Jedes Bild ist von ihm selbst erwandert, erstiegen und erlebt. Mit seiner ‘Sinfonie in Bildern’ schuf Tobias Melle eine Kunstform, die er selbst als ‘Hörensehen‘ bezeichnet: Musik, in Bilder gekleidet – Bilder, die mit den sinfonischen Klängen großer Werke zu einer Einheit verschmelzen. Eine beeindruckende Bergwanderung für Ohr und Auge, bei der sich das Visuelle nie in den Vordergrund drängt, sondern das Hörerlebnis von Strauss’ Musik zusätzlich steigert.

Wolfgang Amadeus Mozart schrieb im Sommer des Jahres 1788 innerhalb von sechs Wochen drei Symphonien. Nach der Aufführung der Jupiter-Symphonie im September steht nun mit der Es-Dur Symphonie KV 543 ein weiteres dieser oft im Zyklus aufgeführten Werke auf dem Programm. In ihrem Ausdruckscharakter weniger eindeutig etikettierbar wie die beiden anderen Symphonien dieser Trias, wurde der Es-Dur-Symphonie nicht das gleich große Interesse zuteil wie der ‚tragischen‘ g-Moll und der ‚strahlenden‘ ‚Jupiter‘-Symphonie. Mozart vereint in vier Sätzen von je ganz eigenem Charakter barocke und bereits romantische Klänge, kammermusikalische und symphonische Satztechnik, dramatischen und lyrischen Ausdruck, kurz: Er bannte in ein Werk kaleidoskopartig zusammen, was die Gattung an Gestaltungsspielraum bietet.


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