Literatur

Stilp & Schottenberg - Berta Zuckerkandl: Österreich intim


Martina Stilp und Michael Schottenberg lesen aus ihren Erinnerungen an Begegnungen mit den bedeutendsten Persönlichkeiten der Zeit 1892-1942.

Sie hat rund 120 Theaterstücke übersetzt, drei Bücher und unzählige Artikel geschrieben, mit Gott und der Welt diniert und mit Leidenschaft telefoniert: Berta Zuckerkandl, Schriftstellerin, Journalistin und Kritikerin, war die letzte große Salonnière des Wien um die Jahrhundertwende.

In ihrer Villa in Döbling gingen Größen aus Literatur, Kunst und Politik ein und aus. Namen wie Arthur Schnitzler, Gustav Mahler, Gustav Klimt oder Hugo von Hofmannsthal sind ebenso mit dem ihren verbunden wie Prominenz aus der Pariser Kunst- und Kulturszene, etwa Auguste Rodin, Maurice Ravel oder Eugène Carrière.

Lebt der Mensch wirklich nur ein einmaliges Leben, wenn es ihm das Schicksal erlaubt, Zeuge jener Abenteuer des Geistes zu sein, die das Antlitz einer schöpferischen Epoche prägen? Mein seltsames Dasein verneint diese Frage. Mir ist, als hätte ich verschiedene, voneinander abgetrennte, in sich abgeschlossene Existenzen durchschritten. So vollkommen wandelte sich in gewissen Abschnitten der Rhythmus, das Milieu, die Atmosphäre, das seelische Klima, in dem allein „Erleben“ aus Leben wird.
Berta Zuckerkandl (13.4.1864–16.10.1945)


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