Theater

Stille Nacht


Wird die neutestamentarische Nächstenliebe wirklich so kompromisslos von uns gelebt, dass wir im christlichen Geiste unserem/unserer Nächsten vergeben? Oder stellen unsere religiösen Ideale letztlich nur eine Fassade dar, hinter der wir uns verstecken, hinter welcher aber keine tiefere gelebte Überzeugung steckt?

Die Mitglieder einer durchschnittlichen mittelständischen Familie treffen einander am Festtagstisch zu Heilig Abend. Die bereits erwachsenen Kinder kommen dafür in ihre Heimatstadt zurück, um gemeinsam mit der bereits verwitweten Mutter Heilig Abend und Weihnachten zu verbringen.

"Stille Nacht" behandelt die Entfremdung in der eigenen Familie, die tief liegende Angst vor Ablehnung und Zurückweisung, letztlich die Angst, man selbst zu sein. Die Familie stellt gleichsam als kleinste soziale Einheit einen sozialen Mikrokosmos dar, in welchem größere und aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wiedergespiegelt und thematisiert werden. Das Theaterstück "Stille Nacht" hat dennoch nicht die Intention, ausschließlich die problematischen innerfamiliären Verhältnisse abzuhandeln, sondern möchte vor diesem spezifischen Hintergrund universellere und politisch-soziale Fragen aufwerfen und abhandeln.

Wer bin ich bzw. wer ist das Individuum im Kontext einer bestimmten Gruppe? Haben wir das Recht zu entscheiden, wie wir und andere leben sollen/können? Sind wir wirklich "frei" in der Wahl unseres Lebensmodells? Sind wir dazu verpflichtet, uns den moralischen Vorstellungen unserer Familien und anderer diesbezüglich zu unterwerfen? Entscheiden unsere Familien bzw. andere darüber, wer wir eigentlich sind? Wie geprägt sind wir in unseren Entscheidungen durch unseren religiösen Background? Durch die uns von Kindesbeinen an übermittelten Traditionen und Wertvorstellungen? Haben wir das Recht, hier unbeugsam zu uns selbst zu stehen und uns selber treu zu sein?

von Magdalena Marszalkowska

Mit
Wojciech Czarnia, Halina Graser, Katarzyna Kuczer, Marcin Marszalkowski, Jakub Piwowarczyk, Kamila Ploszajska

Regie, Bühne - Magdalena Marszałkowska

Musik - Spectralproject
Licht, Ton - Mariusz Orchel
Übersetzung - Aleksandra Mazur


Vergangene Termine