Jazz

Stephanie Nilles, Zach Brock & The Magic Number


Nach dem faszinierenden „Fuck Off, Grizzly Bear“ und dem damit verbundenen Debut der Sängerin, Songwriterin und Pianistin aus New Orleans, nun also „….Takes A Big Ship“. Eingespielt mit einer kleinen Schar befreundeter Musiker: dem Jazz-Violinisten Zach Brock und „The Magic Number“ (Matt Wigton/Bass, Frederick Kennedy/Schlagzeug). „…. Takes A Big Ship“ - ein großes Schiff zu besteigen in rauer See: ein Bild des Wagemuts und der Risikofreude. Zwei Attribute, die Stephanie Nilles zweifelsfrei auszeichnen, und das in mehrfacher Hinsicht: ein klarer Blick auf die gesellschaftspolitische (amerikanische) Gegenwart, Klartext auch in der Sprache und Wortwahl, keine Angst vor großen Themen und (Song-)Vorlagen – dazu viel handwerkliche Brillanz und musikalische Leidenschaft.

Als eine der „fesselndsten Jazzpiano- und Loungepunk-Künstlerinnen seit Tom Waits“ wurde sie in der Vergangenheit bezeichnet. Das gilt immer noch, denn das Zusammentreffen klassischen Jazz-Hipstertums à la Mose Allison mit aktueller Rebellen-Intellektualität à la Ani DiFranco ist bei Stephanie Nilles prägend für das Geschehen. Waits, Allison, DiFranco - drei erklärte Einflüsse von Stephanie, die auch ihrerseits das Potential einer Inspirationsquelle für zeitgenössische Musik-Individualisten hat. Als Seelenverwandte aller freiheitsliebenden Nonkonformisten, die auf authentischen persönlichen Ausdruck als Gradmesser für Qualität setzen. Die Musik von Stephanie Nilles ist in dieser Hinsicht vielschichtig und von geheimnisvoller Anziehungskraft.

Sie ist eine wache Person und ein politischer Mensch, dessen Neugier auch über ihre Musik ansteckend wirkt. Belehren und predigen will sie nicht, anregen und unterhalten hingegen schon.

„Verpflichte Dich Deinem Handwerk und Deiner Kunst so gut wie Du kannst… und die Leute werden Notiz von Dir nehmen” – das sagte Stephanie Nilles vor einiger Zeit über sich und ihre noch junge Kunst. Dieser Vorsatz gilt noch immer – auch für dieses neue Album. Dem globalen Durcheinander mutig die Stirn zu bieten – das ist das unausgesprochene Ziel. Dem eigenen Leben so einen Sinn zu geben und die Welt musikalisch zu bereichern dabei durchaus willkommene Nebenergebnisse für alle, die dafür empfänglich sind. Zu hören und zu erleben hier und jetzt.


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