Jazz

Stella Jones & The Clubband


Die Tochter von Bepop Trompeter Carmel Jones und Blues Sängerin Christine Jones lebt seit 1977 in Wien.

Mit The Pursuit of Silence hat Stella Jones ein einzigartiges Debut-Album geschaffen. In den 15 Songs - ausnahmslos Eigenkompositionen – verbindet sie amerikanisch-groovige R’n’B- und Nu-Soul-Elemente mit europäischem Songwriting auf verblüffend innovative Art und Weise. Jones’ musikalische Wurzeln, die sich von Stevie Wonder über Me’shell Ndegeocello und India Arie bis zu Rachelle Ferrell erstrecken, sind dabei unverkennbar. Auf der anderen Seite stehen die Songtexte, die ohne jeden Zweifel der Feder einer Europäerin entstammen. Oft engagiert gesellschaftskritisch, zeigen sie Stella Jones als genaue Beobachterin des nicht ganz Alltäglichen. „Bei meinen eigenen Projekten gebe ich nur ungern die Zügel aus der Hand“, gibt Stella Jones zu, die bei ihrem ersten Soloprojekt auch gleich die Rolle der Produzentin übernommen hat. Ein Neuling im Musikbusiness ist sie deshalb jedoch keineswegs: Bereits im jungen Alter von acht Jahren stand sie zusammen mit Ihrer Mutter auf den Bühnen verschiedener Jazz-Clubs. „Der Jazz wird mich nie loslassen – das liegt in der Familie“, weiss sie als Tochter des unvergessenen Bebop-Trompeters Carmell Jones wohl am besten. Stella Jones’ musikalisches Oeuvre beschränkt sich aber nicht auf Jazz: Auch als Musical-Darstellerin hat Sie sich in so bekannten Produktionen wie Rent, Little Shop of Horrors oder Ain’t Misbehavin’ behaupten können. Seit 1992 steht Sie ausserdem immer wieder mit internationalen Künstlern anderer musikalischer Stilrichtungen auf der Bühne, wie zum Beispiel mit Chaka Khan, Omara Portuondo, Taylor Dayne, Gloria Gaynor oder Nina Hagen. Stella Jones strahlt Selbstbewusstsein und eine scheinbar unbändige Energie aus. Ganz im Sinne ihrer Musik übrigens, die meist gar nicht so ruhig, sondern wie elektrisch aufgeladen und verspielt erscheint.

Der Song Inanna Ishtar beispielsweise thematisiert den Mythos der sumerischen Himmels- und Liebesgöttin Inanna („Ishtar“ bei den Assyrern). Die unsterbliche Göttin fällt in einen langen Winterschlaf. Ihre Abwesenheit führt zum kulturellen Abstieg, und die Liebe gerät in Vergessenheit. Stella Jones lässt Inanna selbst sprechen, wenn sie nach ihrem Erwachen von der Heilung der Welt durch vereinte Herzen kündet. Jones driftet dabei aber nicht in esoterische Klangteppiche ab - in dem sechsminütigen Song entfacht sie ein wahres Groove-Feuerwerk. Dazu trägt die Weltklasse-Rhythmusgruppe, bestehend aus Thomas Lang (dr) und Willy Langer (bs), ihren Teil bei. Der Song Rescue Me schlägt ein ähnlich hohes Tempo an – ein heisser Kandidat für einen Remix, der zum Disco-Hit werden könnte.

Dass Stella Jones auch ganz anders kann und auch die ruhigeren, feineren Töne trifft, beweist sie unter Anderem in der Ballade Love und in der Abschiedshymne Evelyn, die einer verstorbenen Freundin gewidmet ist. Die Schwere von Evelyn wird dabei von beschwingten Bossa-Nova-Strukturen aufgefangen, so als wolle Stella Jones Ihre Freundin, die bei einem Sturz ihr Leben liess, noch selbst auffangen. Mit fallenden Kadenzen bringt sie dem Zuhörer ihr Andenken an Ihre Freundin fast gespenstisch nahe.


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