Theater

Stavangera (Pulp People)


Kristines Ehe ist am Nullpunkt angekommen, auch die Pflege ihres bettlägerigen Schwiegervaters übersteigt vollends ihre Kräfte. Im Internet macht sie sich auf die Suche nach einem neuen Partner und lernt Odd kennen. Nach einigen Dates im Videochat besucht sie ihn im norwegischen Stavanger, stellt aber sehr bald desillusioniert fest, dass auch er nicht der perfekte Partner ist.
Für Stavanger (Pulp People) sperrt Konstantin Bogomolov das Ensemble des Liepāja-Theater in eine hermetisch geschlossene Glasbox. Hier werden keine Gefühle mehr verhandelt, hier prallen entfremdete Menschenoberflächen aufeinander. Leidenschaftslos-vulgäre Alltagssprache und mechanische Bewegungsabläufe prägen die Atmosphäre, man gibt sich nonchalant: ein perfekt poliertes Abbild des beginnenden 21. Jahrhunderts und seiner alles durchdringenden Konsum- und Markthörigkeit. Der aus Moskau stammende Regisseur begreift ≫persönliche Freiheit in einer repressiven Gesellschaft als innere Freiheit. Man kann nur so weit frei sein, wie man sich von innerer Zensur frei macht.≪

In Konstantin Bogomolovs rabenschwarz-komischem, bitterbösem Schauspielertheater bleibt einem das Lachen immer wieder im Hals stecken. Seine Inszenierungen haben dennoch hohen Unterhaltungswert, denn im Gegensatz zur Wirklichkeit ist ≫das Theater nur ein Spiel≪.

Inszenierung Konstantin Bogomolov
Bühne und Kostüme Larisa Lomakina
Video Roberts Vītols
Mit Laura Jeruma, Kaspars Kārkliņš, Anda Albuže, Gatis Maliks, Sandis Pēcis, Rolands Beķeris, Agnese Jēkabsone, Everita Pjata, Viktors Ellers, Signe Ruicēna

Lettisch mit deutscher Simultanübersetzung


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