Alte Musik · Klassik

Ars Antiqua Austria



Der Hofkapellmeister zu Wien - Johann Joseph Fux - steht im Zentrum dieses Konzerts zusammen mit seinen prominentesten Mitmusikerinnen – den Primadonnen des Kaiserhofs. Den Sängerinne des Hofes wurden ihre Rollen auf den Leib geschrieben, und selbst für internationale Gäste fertigte der Hofcompositeur maßgeschneidertes Repertoire. Und so schillert dieses Programm in ungezählten Farben – die Pietas Austriaca der Fux’schen Sepolcri neben lebensprallen, affektgeladenen Opernarien. Ein Querschnitt durch über 20 Jahre musikalischen Schaffens des Hofkomponisten und ein barockes Kaleidoskop der Sopranstimme.

Programm
Sinfonia aus Giunone Placata (festa teatrale)

„Caro Maestro“ – „Caro mio Dio“ Rez. und Arie der Maria Maddalena
aus „La Deposizione dalla croce“ (Sepolcro)

„Si tempra il mio martir“ Arie von La santissima vergine
aus „Il Testamento di nostro signor“ (Oratorio)

„Rondinella“ Arie der Euridice
aus „Orfeo ed Euridice“ ( Serenata)

„Io non potea soffrir“ Arie der Giunone
aus „Giunone placata“ ( festa teatrale)

„Si, vendetta voglio far“ Arie der Emilia
aus „Julo Ascanio“ (Poemetto dramatico)

„Non hanno“ – „I miei dolenti lumi“ Rez. und Arie der Cleria
aus „Il Mese die Marzo consacrato a Marte“ (Componimento per musica)

„Qual’ il sol“ Arie der Clori
aus „La decima fatica d’Ercole“ Componimento pastorale eroico“

„Se dunque“ „Il voler vincer amore“ Rez. und Arie der Diana

„Vedi, che il Redentore“ Rez. und Arie von La Grazia
aus „Il fonte della Salute“ (Sepolcro)

Ars Antiqua Austria
Ensemble für neue Barockmusik
Leitung: Gunar Letzbor
Maria Ladurner - Sopran

H.I.F. Biber-Consort
Daria Spiridonova – Violine
Nina Pohn – Violine
Boyana Maynalovska - Viola
Peter Trefflinger - Violoncello
Szilard Chereji – Violone
Hubert Hoffmann – Theorbe
Martin Riccabona – Cembalo, Orgel
Ernst Schlader – Chalumeau
Norbert Salvenmoser – Posaune

Österreichische Barockmusik steht im Mittelpunkt des Repertoires dieses ungewöhnlichen Barockensembles. Die zu dieser Zeit am Wiener Kaiserhof gepflegte Musik zeigte zuerst starke Einflüsse aus Italien, später aus Frankreich, wobei sich auch das spanische Hofzeremoniel auf das künstlerische Schaffen auswirkte. Der typisch österreichische Klang dieser Epoche wurde durch den Einfluß der vielen Kronländer geprägt. Die politischen und gesellschaftlichen Grenzen im Österreich der Barockzeit waren viel weiter ausgedehnt als heute. Elemente der Volksmusik aus dem Slawischen, dem Ungarischen und der alpenländische Musik beeinflußten damals die Kunstmusik nachhaltig und gaben ihr den spezifischen Klang. Der österreichische Klang spiegelt aber auch das Temperament und den Charakter des damaligen Österreichers wieder, eines Menschen im Schmelzpunkt vieler unterschiedlicher Kulturen. Darin vereinigen sich die Lebenslust des Südländers, die Melancholie der Slawen, das Formalistische der Franzosen, das Hofzeremoniell der Spanier und das original Alpenländische des deutschsprachigen Raumes. Diese Mischung aus Hofmusik und Volksmusik mit einer tänzerischen Note machen den typisch österreichischen Klang aus.

Die ersten Jahre standen für ARS ANTIQUA AUSTRIA - neben zahlreichen Konzertauftritten - ganz im Zeichen der musikwissenschaftlichen Aufarbeitung des Schaffens österreichischer Barockkomponisten. Aus dem reichen Fundus wiederentdeckter Werke entstanden mehrere erfolgreiche Ersteinspielungen. So gab es für die Tonträger mit der Musik von R. Weichlein, H.I.F. Biber, F.Conti, G.B.Viviani, G.A.P. Mealli, G. Arnold, A. Caldara, B.A. Aufschnaiter, J.J. Vilsmayr, J.P. Vejvanovsky, J. Schmelzer, G. Muffat, W.L.Radolt, Ch. Mouthon, J.B. Hochreither, F.J.Aumann und Johann Sebastian Bach enthusiastischen Beifall bei internationalen Fachrezensenten.

Seit dem Jahr 2002 übernimmt ARS ANTIQUA AUSTRIA die Gestaltung eines eigenen Konzertzyklus im Wiener Konzerthaus, seit 2008 auch im Brucknerhaus Linz. Das Ensemble ist federführend in einer auf mehrere Jahre ausgelegten Konzertreihe mit dem Titel "Klang der Kulturen - Kultur des Klanges", bestehend aus insgesamt 90 Konzerten in den Städten Wien, Prag, Budapest, Bratislava, Krakau, Venedig, Laibach, Mechelen und Lübeck.

Die aktuellen Tourneen führten das Ensemble unter anderem zum Festival de la Musique Baroque nach Ribeauvillè, zu den Festwochen der Alten Musik nach Berlin, zum Festival Printemps des Arts nach Nantes, zum Mozartfest in Würzburg (eine Opernproduktion), zu den Tagen alter Musik in Herne, Festival de Musique de Clisson et de Loire Atlantique, Folles Journées Nantes und Tokyo, Musée d'Unterlinden Colmar, Festival Baroque du Sablon, dem Festival van Vlaanderen, Festival Bach de Lausanne, MAfestival Brugge, Bologna Festival, Vendsyssel Festival, Concerti della Normale Pisa, Resonanzen Wien, Klangbogen Wien zum Monteverdi Festival nach Cremona, an die Münchner Staatsoper sowie zu den Salzburger Festspielen.
Auch in den USA und Japan ist das Ensemble ein gerngesehener Gast.

Die CD-Einspielung zusammen mit der Mezzosopranistin Bernarda Fink (vier Kantaten von Francesco Conti) ist bereits eine Woche nach der Präsentation mit "Diapason d'or" ausgezeichnet worden. Gunar Letzbor bekam zusammen mit seinem Ensemble ARS ANTIQUA AUSTRIA einen "Cannes Classical Award" für seine Einspielung der "Capricci Armonici" von G.B.Viviani verliehen.