Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

Spuren und Masken der Flucht


Landesgalerie Niederösterreich

3500 Krems, Franz-Zeller-Platz 3

Sa., 12.09.2020 - Sa., 26.09.2020

Mo: Geschlossen
Di: 10:00 - 18:00 Uhr
Mi: 10:00 - 18:00 Uhr
Do: 10:00 - 18:00 Uhr
Fr: 10:00 - 18:00 Uhr
Sa: 10:00 - 18:00 Uhr
So: 10:00 - 18:00 Uhr
Corona-Virus: Ab 29. Mai sind Veranstaltungen bis 100 Personen wieder erlaubt. Ab 1. Juli bis 250 Personen, ab 1. August für 500 bis 1.000 Personen. Sicherheitsregeln gelten weiterhin.

In der Ausstellung werden Werke von in Österreich lebenden Künstler/innen vorgestellt, so etwa Malereien von Adel Dauood oder Fotografien von Linda Zahra, die ihre eigene Fluchterfahrung ganz unterschiedlich bearbeiten oder als Label der Identifizierung zurückweisen.

Menschen fliehen vor Krieg, Verfolgung oder Armut und suchen einen Weg in die Fremde, um hier ein neues Leben beginnen zu können. Welche Schicksale verbergen sich hinter medial erzählten Fluchtberichten? Die Kunstausstellung möchte jenseits von kolportierten (Flüchtlings-)Zahlen und Fakten, jenseits medialer Aufregungen und politischer Debatten mittels einzelner künstlerischer Positionen und Werke individuelle Geschichten erzählen.

Österreich war seit seiner Existenz als zentraleuropäischer Nationalstaat immer wieder Fluchtziel. Die Geflohenen wurden aufgenommen als Verfolgte und abgewehrt als „Fremde“. Je nach Standpunkt änderten sich die Ikonografien der Flucht. Die räumliche, quantitative und kulturelle „Überschreitung“ konnte in schockierenden oder skandalisierenden Bildern festgehalten werden. Sie rief aber auch künstlerische Sensibilitäten wach und kann positiv als Angriff auf verstockte Bildkonventionen verstanden werden, indem Geflohene hier auch neuartige Bilder schufen.

Die Flucht wird oft zur Odyssee, und sie endet erst lange nach der Ankunft. Für die Reise müssen Identitäten verborgen und gewechselt werden, und der behördliche „Asylprozess“ ist ein weiteres Maskenspiel. Diese Aspekte einer Person, ihre Masken und die mentalen Brücken zwischen dem Hier und dem zurückgelassenen Dort werden zum künstlerischen Gegenstand: Erinnerungen, Phantasmen, Dokumente, Fragmente. Es geht nicht um die Inszenierung der Geflohenen als Individuen, sondern um individuelle künstlerische Perspektiven des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart.