Klassik

Spiegelungen


Auch Timna Brauer lässt die Faszination, welche das Wesen Giacinto Scelsi ausstrahlt, nicht mehr los. Geheimnisvoll neugierig zeigt sie sich mit dem noblen Sizilianer von einer noch nicht so bekannten Seite ihrer Künstlerschaft. Sie liest ebenfalls aus der Scelsi umkreisenden Annäherung «Unendlichkeit − Geschichte eines Augenblicks» von Josipovici. Die vielseitige Geigerin und Komponistin Barbara Lüneburg spiegelt Scelsis Kosmos in Werken eines echten Gegenüber, Johann Sebastian Bach.

Barbara Lüneburgs Arbeit als Solistin und Kammermusikerin hat unzählige Komponisten zu neuen Solowerken, Violinkonzerten und Kammermusik inspiriert.

Sie ist Preisträgerin nationaler und internationaler Violinwettbewerbe und empfing prominente Stipendien (wie unter anderen vom DAAD und der Studienstiftung des deutschen Volkes). Barbara studierte an den Musikhochschulen Karlsruhe und Lübeck, in London an der Guildhall School of Music and Drama und am renommierten Tschaikowsky Konservatorium Moskau. In ihrem Spiel vereinbart sie die virtuose russische Schule mit einem modernen europäischen Ansatz.

Barbara Lüneburg ist ebenso auf etlichen CDs wie in Radio - und Fernsehproduktionen vertreten. Kritiker beschreiben ihr Spiel als teuflisch virtuos, leidenschaftlich, transparent, schillernd, beeindruckend rein, detailliert, nuancenreich, expressiv und packend.

Im April 2011 erschien Barbara Lüneburgs neueste Solo-DVD in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk und dem ZKM Karlsruhe. Frans de Waard schrieb darüber in Vital Weekly Mai 2011 “Eine exzellente Darstellung von Musik und Visuals", der irische Komponist Ed Bennett setze sie 2011 in seiner Liste für die Zeitschrift Grammophone auf die Top 10 der besten zeitgenössischen Produktionen der letzten Jahre und in klassik.com wurde sie als "Maßstäbe setzend" beschrieben. Ihre Solo-CD "The Refined Ear" bekam international exzellente Kritiken und wurde von klassik.com als eine der besten Neuerscheinungen des Jahres 2006 ausgezeichnet. Ihre jüngste Solo-CD mit Bachs d-moll Partita in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk und dem Label coviello classics wurde vom BBC Music Magazine mit 5 Sternen ausgezeichnet und als "kühn" beschrieben. Andere Kritiker sprachen von einem musikalischen Kosmos und einer Wanderung durch die Höhen und Tiefen der menschlichen Seele.

Als Solistin und Kammermusikerin ist Barbara Lüneburg international tätig mit Konzerten auf Festivals wie dem Bodenseefestival, Schleswig-Holstein Musikfestival, den Berliner Festspielen, und Donaueschinger Musiktage (D), dem Huddersfieldfestival (GB), den Bregenzer Festspielen, Avantgarde Tirol oder Wien modern (A), den Weltmusiktagen in Korea (2002), der Gaudeamus Week und Rumor Festival (NL), Radar-Festival und Cervantino Festival (Mexiko), Roaring Hooves (Mongolei), Fadjr Festival (Iran) und Crossing Borders (USA) sowie Solokonzerten beispielsweise in Österreich, Deutschland, England, Slowenien, Kroatien, Großbritannien, Irland, Italien, Zypern, Polen oder den USA.

Barbara Lüneburg war künstlerische Leiterin von ensemble Intégrales, das in den fast zwanzig Jahren seines Bestehens international als eines der führenden deutschen Ensembles für undirigierte, zeitgenössische Kammermusik gefragt war. Darüber hinaus war sie Primaria des Zephyr Quartetts Amsterdam.

An der Brunel University/London promovierte sie über das Thema "A holistic view on the creative potential of performance in contemporary music" und behandelt dabei theoretisch und in der Praxis Themen wie Kreativität, Kollaborationen zwischen Komponisten und Interpreten, Charisma, Bühnenpräsenz und Konzertaura. Für diese Forschungsarbeit allein hat sie in den Jahren 2008 bis 2010 dreißig neue Solo- und Kammermusikwerke für Violine, Viola und E-Violine in Auftrag gegeben.

Barbara Lüneburg schreibt elektroakustische Kompositionen für Kammermusikbesetzungen. Ihre Musik wurde auf Festivals neuer Musik in Österreich (Tage der neuen Musik in Bludenz, aufgezeichnet vom ORF), Malmö/Kopenhagen (Schweden/Dänemark), Deutschland, auf der Städtetour des Fifa Globus und in den Niederlanden aufgeführt. Darüberhinaus hat Barbara Lüneburg in zahlreichen Kollaborationen mit international tätigen Komponisten wie bespielsweise Yannis Kyriakides (England/Niederlande), Marko Ciciliani (Österreich), Henry Vega (USA), Alexander Schubert (Deutschland) u.a. Kompositionen für Violine/Viola und E-Violine mitentwickelt.

Barbara Lüneburg lehrt an der Medienhochschule Darmstadt und der Fachhochschule St. Pölten, war Dozentin der Europäischen Orchester Akademie und seit 2010 der Ensemble Akademie Schleswig Holstein (Deutschland). Sie hält Workshops, Vorträge und Seminare an bedeutenden europäischen, asiatischen und amerikanischen Universitäten.


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