Literatur

Social Freezing und der globale Markt der Kinderwunsch-Medizin


Frühlingsvorlesung mit Elisabeth Beck-Gernsheim über Social Freezing und den globalen Markt der Kinderwunsch-Medizin.

Jüngst machte eine Meldung zum Thema „Social Freezing“ Schlagzeilen: Demnach übernehmen große amerikanische Konzerne wie z.B. Apple und Google die Kosten, wenn Mitarbeiterinnen ihre Eizellen einfrieren lassen wollen. Aus der Meldung wurde eine vielfach diskutierte Streitfrage. Ist dies Angebot eine Hilfe für die Frauen, ja ein entscheidender Durchbruch auf dem Weg zu ihrer Autonomie, weil es sie unabhängig macht vom Drängen der biologischen Uhr? Oder ist es ein weiterer Schritt auf dem Weg, unser Leben unter das Diktat wirtschaftlicher Interessen zu stellen, den Frauenkörper stromlinienförmig der Arbeitswelt anzupassen?

Elisabeth Beck-Gernsheim
Geboren 1946 in Freiburg im Breisgau. Soziologin in München, mit Professuren in Deutschland, England und Norwegen, aktuell ist sie Senior Research Fellow am Institute for Cosmopolitan Studies der Universität München. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Familie und Geschlechterverhältnisse, Migration und Ethnizität, Technik und Technikfolgen im Bereich der Medizin. International bekannt wurde sie mit ihren Studien über neue Formen von Familie und Partnerschaft in der Gegenwart, ihre Bücher im Beck- und Suhrkamp-Verlag wurden mehrfach aufgelegt.

Veröffentlichungen u.a.: Das ganz normale Chaos der Liebe (mit Ulrich Beck,1990); Riskante Freiheiten (Hg. mit Ulrich Beck, 1994); Was kommt nach der Familie? (1998); Juden, Deutsche und andere Erinnerungslandschaften (1999); Wir und die Anderen (2004, erw. Neuausgabe 2007); Die Kinderfrage heute – Über Frauenleben, Kinderwunsch und Geburtenrückgang (2006); Fernliebe. Lebensformen im globalen Zeitalter (mit Ulrich Beck, 2011).

Die Frühlings- und Herbstvorlesungen der Reihe UNRUHE BEWAHREN antworten auf eine Gegenwartstendenz, die immer ungemütlicher wird. Dem Fortschritt der Moderne wohnt eine Verschleißunruhe inne. Die Vergangenheit wird zunehmend entwertet, die Zukunft ihrer Substanz beraubt. Wer gegen diesen Strom schwimmen will, ermüdet rasch. Die Frühlings- und Herbstvorlesungen sind vom Prinzip Anachronie getragen, also von der Idee, dass engagierte Zeitgenossenschaft mit dem Mut zur Vorsicht ebenso wie der Leidenschaft für das Unzeitgemäße verknüpft werden sollte. Die Frühlings- und Herbstvorlesungen der Akademie Graz finden jedes Jahr in der Karwoche vor Ostern und im November in der Zeit von Allerheiligen in Form von zwei Abendvorlesungen statt. Die Vorträge werden in der Essayreihe UNRUHE BEWAHREN im Residenz-Verlag publiziert. (Redaktion: Astrid Kury, Claudia Romeder, Harald Klauhs / Wissenschaftliche Beratung: Peter Strasser (Graz), Thomas Macho (Berlin))


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