Jazz

Snarky Puppy/ Marc Ribot & The Young Philadelphians


Snarky Puppy sind stets gut gelaunte Anarchisten aus Booklyn, die sich um die Erneuerung der jazzig-funkigen Fusionmusik verdient gemacht haben. Angeführt wird die Truppe vom Bassisten und Komponisten Michael League, der auch schon einen Grammy sein eigen nennen darf.

Die Ursprünge der unorthodoxen Combo gehen bis ins Jahr 2004 zurück. Dort gegründet waren Snarky Puppy schließlich ein Kollektiv von nahezu 40 Musikern. Besetzungsmäßig gibt es ein ständiges raus und rein. Gastmusiker mit eingeschlossen.

So honorige Instrumentalisten wie Roy Hargrove und Marcus Miller, aber auch Gesangsgranden von Gospelröhre Kirk Franklin über R&B-Queen Erykah Badu bis hin zu Justin Timberlake arbeiteten schon mit Snarky Puppy. Selbst der entspannteste Gangsterrapper der Musikgeschichte, Snoop Dogg, nennt sie „my newphews“. Das tut er nur bei Kollegen, die er wirklich schätzt.

Dass sich das neue Album „Family Dinner Vol.2“ nennt, lässt auf Relaxtheit schließen. Und wahrlich, da überlappen sich friedlich Funk-, Afro- und Soulpassagen, da tönen Jazzhörner und begnadete Weltmusikstimmen von Salif Keita bis Susana Baca. Brasilianische und schwedische Instrumentalisten und der Jazzgitarrist Charlie Hunter sorgen für mannigfaltigste Stimmungen. Sogar Althippie David Crosby singt hier auf.

Wer dann letztlich im Sommer mit auf Tour kommt? Man möge sich überraschen lassen. Auf jeden Fall sind Snarky Puppy der lebende Beweis dafür, dass viele Köche den Brei keinesfalls verderben. Diese Musik hat mindestens so viele gehaltvolle Schichten wie eine echte italo-amerikanische Lasagne. Und Snarky Puppy strahlen live eine geradezu magische Animalität aus. Was für ein Labsal in Zeiten steriler Hitparadenkonfektionsware à la Adele!


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