Kunstausstellung

Smart Life in the City


Der Ausstellungsbeitrag 2051: Smart Life in the City wirft unter dem Vienna Biennale Motto „Ideas for Change“ einen Blick in die alternative Zukunft des Stadtalltags und untersucht die Rolle von Design als Werkzeug für einen weltverträglichen und solidarischen Lebensstil.

Dabei wird Design weniger als Disziplin verstanden, sondern als Strategie, welche den Kontext und das Arbeitsumfeld, in denen Kreativschaffende zukünftig agieren, stark verändern wird. Komplexe Aufgabenstellungen erfordern Interdisziplinarität, Kollektivität und das Miteinbeziehen von Kreativität als Massenphänomen. Dies setzt neben dem fachlichen Handwerk ein hohes Maß an sozialer Kompetenz voraus. Die Digitalisierung als Motor von technischer und sozialer Innovation, die auch durch Reibung an der Schnittstelle von Top-down- und Bottom-up-Interessen entsteht, formt die Stadt als dominierenden Lebenskontext des 21. Jahrhunderts.

Im globalen Norden wird dem positiven Wandel im Maßstab der Stadt durch den Begriff der „Smart City“ Rechnung getragen. Sie ist ressourcenschonend, vernetzt und nachhaltig, um Zielvorgaben wie der CO2-Reduktion und einer älter werdenden Gesellschaft gerecht zu werden. Diese Stadt braucht aber auch „Smart Citizens“, die sich in Gruppen oder Bürgerinitiativen formieren und für ihr Umfeld Verantwortung tragen. Die Skalierung guter Ideen bis hin zu einer kritischen Masse ist ausschlaggebend für den Wandel, ähnlich dem Trimmruder für den Kurswechsel eines Tankers. 2051 – eine Orwell’sche Verdrehung der Jahreszahl, in der die erste Vienna Biennale stattfindet – scheint weit weg zu sein. Die Kinder und Jugendlichen von heute werden dann allerdings fragen, ob die Weichen richtig gestellt wurden. Angesichts dystopischer Zukunftsprognosen sucht die Ausstellung nach alternativen Narrationen, die statt dem Streben nach Wachstum das gesellschaftliche Gemeinwohl zum Inhalt haben.

Zehn Projektteams, die bereits brauchbare Erfahrungen im Stadtraum gesammelt und neue Strategien entwickelt haben, wurden eingeladen, an verschiedenen Standorten in Wien sogenannte „Demonstratoren“ zu errichten. Das sind prototypische Versuchsanordnungen für Mobilität, Arbeit, Geld, Gesundheit, Wohnen, Versorgung, Gastfreundschaft, Konsum und Unterhaltung im Kontext des städtischen Alltags. An deren Beispiel kann gelernt und soll Zukunft verhandelt werden. Diese Visionen sind nicht von futuristischen Szenarien getragen, sondern von einem Denken schrittweiser Veränderung, die schon heute im Kleinen passiert. Metaphorisch verortet finden sich die Demonstratoren auch in HYPOTOPIA, einem raumgreifenden, fragmentarischen Stadtmodell in der MAK-Ausstellung. Dort werden neben den zehn Beispielen zukünftiger Stadtgestaltung weitere Akteure und Strategien vorgestellt, die die BesucherInnen animieren sollen, selbst Teil des Wandels und der Gestaltung ihrer Umwelt zu werden.


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