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Theater

Sissi. Syndrom. Romy. Eine Notverstaatlichung


Theater Kaendace
Eine Farce von Alexander Mitterer
In der Kaisergruft ist es feucht und modrig. Ganz schlecht für den Zustand von Sissi (Kaiserin Elisabeth) und Romy (Schneider), die auch noch im Tod verbunden sind. Beide leiden an Darmträgheit, Hyperaktivität, sexueller Unlust und Magersucht, dem sogenannten Sissi - Syndrom. Dabei müßten aber beide doch das kranke österreichische Bankensystem retten, das in den ehemaligen Kronländern geradezu phantastische Verluste einfährt. Unter dem Emblem der gekreuzten schwarzen Pferde auf gelbem Grund sind wir alle die Dummies der Wirklichkeit auf ihrem Weg in den Frontalcrash.

Märchen kann man nur über Märchen erzählen. Der Zauber muß vervielfältigt werden.

Die Verbindung zwischen Sissi, Romy Schneider und unserem Bankensystem ist erstaunlich !

Inmitten der Plastikentenlieblichkeit unseres Kommerzkitsches proben Sissi und Romy die endgültige Volksbeglückung. Die Sonne soll für alle gleichmäßig scheinen, unter dem Banner der gekreuzten schwarzen Pferde, mit Niedrigzins und Glücksgarantie. Nur leider entpuppt sich dieses Märchen ebenso als heiße Luft, wie auch das Sissi Syndrom, das sich als erfundenes Krankheitsbild - einmal festgeschrieben- gewinnbringend therapieren läßt . Der Therapeut ist hier mit seiner Therapie der Verschuldner einer Krankheit - nicht umsonst drängt Lucheni, der Mörder Sissi‘s, als Arzt und Erlöser auf die Bühne. Zwischen Kaisergruft und Kaiserschmarren entfaltet sich unsere Gegenwart als blühendes Konstrukt verschwimmender Zeiten, Lügengespinnste und neoliberaler Verbrechen.

Diese lustvolle, galgenhumorige Farce von Alexander Mitterer zeigt uns zwei Märchenfiguren der Moderne: Kaiserin Elisabeth/Sissi und Romy Schneider - das Original und die identitätsstiftende Kopie in co-morbider Abhängigkeit und Verschmelzung.

Märchen prägen auch die Finanzwirtschaft, z.B.das Märchen von blühenden Landschaften im Osten, die nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ und dem Fall der „Berliner Mauer“, entstehen sollten. Vor allem österreichische Bankinstitute erinnerten sich an die glorreiche gemeinsame Zeit in der k.u.k.- Monarchie und überzogen flächendeckend die ehemaligen Genossenstaaten, vormals Kronländer, mit ihren Genossenschaftsinstituten. Die Vision von Wohlstand für alle sollte Realität werden, aber statt realer Wirtschaft erbaute man ein Wolckenkuckucksheim. Ein Multiplikatorenmodell von Schuld und Verbindlichkeit neoabsolutistischer Versprechen und neoliberaler Verbrechen in dem Gewinne nach wie vor privatisiert und Verluste sozialisiert werden.

Ein "kleptokratisch marodes" System, das von den Therapeuten in fahrlässiger Weise nur symptombekämpfend und oberflächlich therapiert wird, wie das Sissi Syndrom auch,
an dem angeblich 3 Millionen Deutsche leiden und dessen "Krankheitsbild", abgeleitet vom Zustand der Kaiserin Elisabeth, folgende Symptome umfasst: hektische Aktivität, Sprunghaftigkeit, innere Unruhe, Körperwahn, Mgersucht, Verdauungsstörungen, Übernervosität, Depression….

Ort: in einem Kinderzimmer, einem betreuten Wohnheim oder der Kaisergruft?
Zeit: 1989 und jetzt

Regie, Bühne: Alex Linse

Sissi: Klaudia Reichenbacher
Romy: Anja Clementi
Dr. Lucheni: Torsten Hermentin

Kostüme: ardea luh
Lichtdesign und Technik: Thomas Bergner

Eine Koproduktion von Theater Kaendace und Theater(Off)ensive Salzburg


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