Kunstausstellung

Simon Fujiwara - Hope House


Simon Fujiwara, der 2017 bereits die Billboards des Kunsthaus Bregenz bespielte, greift für die erste KUB Ausstellung 2018 ein delikates Thema der Vermarktung auf: die Geschichte des Anne Frank Hauses in Amsterdam.

Was ist echt? Es scheint, als würden nicht nur Produkte verkauft, die ein emotionales, authentisches Erleben versprechen, sondern auch Erfahrungen. Der französische Philosoph Tristan Garcia spricht von einem »intensiven Leben«, das selbst dann noch steigerungsfähig ist, wenn es Muße und Erholung beinhaltet. Die absolute Kommerzialisierung lässt nichts aus, nicht einmal die Tabus der Geschichte. Simon Fujiwara, der 2017 bereits die Billboards des Kunsthaus Bregenz bespielte, greift für die erste KUB Ausstellung 2018 ein delikates Thema der Vermarktung auf: die Geschichte des Anne Frank Hauses in Amsterdam.

Das Gebäude, größtenteils eine Rekonstruktion, in der nur wenige Überreste originaler Artefakte aus dem Familienbesitz enthalten sind, ist ein Besuchermagnet. Fujiwara reagiert auf die Rekonstruktion der Räume, indem er das Haus im Kunsthaus Bregenz 1:1 nachbildet. Als Vorbild nimmt er den Bastel-Bausatz, der im Shop des Anne Frank Museums erhältlich ist. Aus der Replik, aus dem Set der Kopien, wird eine große, teilweise begehbare Kopie. Das Kunsthaus Bregenz setzt damit seine unverwechselbaren Interventionen fort, diesmal mit der heute unvermeidlichen Thematisierung von Echtheit, Originalität, Wert, Geschichte und Replizierbarkeit. Simon Fujiwara: »Das Projekt ist keine Parodie des Kapitalismus, es zeigt den Kapitalismus.«

Simon Fujiwara, 1982 in London geboren, wuchs in Japan, Europa und Afrika auf. Er studierte an der Cambridge University und an der Städelschule in Frankfurt am Main.

Fujiwara, der häufig mit anderen Personen kollaboriert, um vermeintlich persönliche Geschichten zu erzählen, hinterfragt in seinem Werk unsere Vorstellung vom zeitgenössischen Individuum, das, selbstbestimmt und einzigartig, die eigene Fiktionalisierung betreibt, und konfrontiert uns stattdessen mit einer eher instabilen Vorstellung des Selbst, das nur durch die Mitwirkung Anderer definiert werden kann.

Fujiwara hatte unter anderem Einzelausstellungen in der Power Plant Contemporary Art Gallery, Toronto (2011), Tate St.Ives (2012) Tokyo Opera City Gallery (2015), Kunsthalle Dusseldorf (2016), Irish Museum of Modern Art (2016) und zuletzt in der Dvir Gallery, Tel Aviv (2017). Sein Werk wurde in Gruppenausstellungen gezeigt, darunter Storylines, Guggenheim New York, (2015) und Un Nouveau Festival, Centre Pompidou, Paris (2014). Auf der 53. Biennale in Venedig (2009), der São Paulo Biennial (2010), der Shanghai Biennial (2012) , der Sharjah Biennial (2013) sowie der Berlin Biennial (2016) war er ebenfalls vertreten.


Vergangene Termine

  • So., 11.02.2018 - Mo., 02.04.2018

    Mo: Geschlossen
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    Mi: 10:00 - 18:00 Uhr
    Do: 10:00 - 20:00 Uhr
    Fr: 10:00 - 18:00 Uhr
    Sa: 10:00 - 18:00 Uhr
    So: 10:00 - 18:00 Uhr
    Dieser Termin hat bereits stattgefunden.