Pop / Rock

Siggi Fassl - Tribute To Jerry Lee Lewis


Jerry Lee Lewis, der sich gerne den Beinamen „The Killer“ gibt, hätte gut daran getan, sich mal seine Jünger anzuhören, die seiner Musik das zusätzliche Quäntchen Pfeffer verpassten und damit auch für powerverwöhntes Jungvolk was zu bieten hatten.

Siggi Fassls Idee, eine Band zusammenzustellen, die Jerry Lee‘s Hits und Country-Nummern in erweiterndem Bandarragement zu präsentieren, konnte einfach nicht fruchtbarer realisiert werden.

Die Besetzung kann man getrost als Garantie für perfektes und vor allem innovatives Zusammenspiel betrachten. Siggi ist nicht nur die Stimme des Quintetts, sondern auch die alles zusammenhaltende Führungskraft, ohne auf der Bühne autoritär zu wirken. Solch ein Konzept produziert einfach kreative Spielfreude, ohne sich mit dem Dirigentenstock auf die Stiefel schlagen zu müssen.

Natürlich ist Jerry Lee‘s Musik auf die vorrangige Präsenz des Klaviers aufgebaut und das hat Charlie Furthner voll im Griff. Was dieser Mann an Klängen und vor allem an publikumswirksamen und begeisternden Riffs hervorzaubert, läßt das Original zeitweise schön nachhinken.

Ich habe zur Zeit der ausgehenden 50er als junger Rock n Roll Fan genug Jerry Lee Lewis Hits gehört. Doch irgendwann mußte nach dieser, bis zum Exzess ausgeschlachteten Triolenhämmerei, noch etwas kommen......Seit ich Charlie auf dem Piano erlebt habe, weiß ich, was da noch gefehlt hat.

Charlie Furthner hat das geschafft, was ich mir unter einem Vollblutmusiker vorstelle. Den stilistischen Rahmen nicht zerstören und doch soviel eigenes einbringen, um nicht in der Verehrung historischer Vorbilder zu erstarren.

Die Sologitarre, die bei den Originalen fast nie über die Bedeutung einer Pauseneinlage hinauskam, bekam durch Robert F.G. Hacker einen Stellenwert, der sie mühelos zum ebenbürtigen Partner des Klaviers avancieren ließ. Dass stilechte Rock n Roll Gitarre nicht unbedingt im Rudimentären dahingrundeln muss, braucht uns Robert nicht mehr vorzuführen. Die Jahre bei den Salty Dogs haben den Ruf dieses Hochklassegitarristen für alle Zeiten fixiert.

Ohne jetzt auf einzelne Nummern einzugehen, erfüllt mich die Tatsache, dass Robert beim Thema bleibt und seine Soli weder zerstörerisch sind, noch aus chaotischen Allerweltsphrasen bestehen, die man ohne zu überlegen, zu jedem Song dazuhängen kann.

Die einzige Freiheit die er sich leistete, bestand aus jazzigem Scatgesang, den er geschickt seiner Gitarre als zweite Stimme folgen ließ. Habe ich schon bei George Benson oder Karl Ratzer gehört.

Geht als Augenzwinkern durch....gut gemacht.

Schlussendlich, aber nicht weniger wichtig ist die Rhythmusgruppe, die für den soliden Beat sorgt, auf den keine Band....schon gar keine Rock n Roll Band, verzichten kann.

Didi Mattersberger beweist es immer wieder...

Man muß nicht sein Schlagzeug verdreschen, oder wie King Kong die Felle bearbeiten, um einen kräftigen Backbeat zu liefern. Auch scheppernde 64stel am Crashbecken müssen nicht sein. Schlagzeug muß man im Bauch spüren und das reiht ihn unter die Topdrummer in der Bluesszene. Sieht und hört man ihn spielen, verrät sein Gesicht, daß ihn nichts aus der Ruhe bringen kann. Die jahrelange Routine bei den Mojos hat ihm die Reputation gebracht, die er sich wohl verdient hat.

Michael Hudec, der Bassist verschmilzt mit Didi Mattersberger zu einem Guß, an dem sich jeder Musiker anlehnen kann. Seine aufrechte, durchtrainierte Bühnenpräsenz gibt seinem Baßspiel die Note grundsolider Verläßlichkeit.

Jerry Lee Lewis‘ Tribute Band kann sich kommentarlos mit jeder internationalen Formation von New York bis New Orleans auf die Bühne stellen, denn was ich da manchmal an Begleitbands historischer Rock n Roll Stars gehört und gesehen habe, hält mit unseren Boys absolut keinen Vergleich....

In diesem Sinne....THAT WAS A KILLER.

Siggi Fassl, voc., guit.,

Charlie Furthner. piano

Robert Hacker, guit,.

Michael Hudec, bass

Didi Mattersberger, drums


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