Theater

Siebzehn


Siebzehn konzentriert sich bewusst auf die Welt der Jugendlichen, zu denen Eltern und LehrerInnen keinen Zugang mehr haben. Der Schwangerschaftspakt bündelt wie ein Brennglas Träume, Ängste, Gedanken und Lebensvorstellungen der Jugendlichen, ihre Sexualität und ihre Perspektiven.

Wenn eine Siebzehnjährige mit ihrem Baby in der Straßenbahn steht, wird sie sicher von dem einen oder der anderen schräg von der Seite angeschaut: „Ist die nicht aufgeklärt worden?“ – „Unverantwortlich, die ist noch viel zu jung um Mutter zu werden.“ Wenn jedoch plötzlich sechs Siebzehnjährige selbstbewusst und gut gelaunt mit ihren Neugeborenen unterwegs sind, dann ist das irritierend und wirft Fragen auf: Ist die selbsternannte „Babygang“ aus der Not geboren oder gar ein neuer Lebensentwurf?

Als Marlene eines Tages ihren Freundinnen erzählt, dass sie schwanger ist, kommen die Mädchen auf eine radikale Idee, die eine eigene Dynamik entwickelt. Sie beschließen allen Ängsten und Bedenken zum Trotz gemeinsam schwanger zu werden und schließen einen Schwangerschaftspakt.

Die Mädchen träumen davon, ihre Kinder in einer offenen und freien Frauengemeinschaft zusammen groß zu ziehen, ihnen bessere Mütter zu sein und ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu führen. Die Burschen sind kritische Beobachter, beste Freunde, besorgte Brüder, Geliebte, unerkannte junge Väter. Der Lebensentwurf der Mädchen wird zum Protest gegen die Erwartungen, Bedenken und Erfahrungen der Erwachsenen. Im Rausch der gemeinsamen Utopie sind die Siebzehnjährigen vor allem eins: Geil auf Leben!

Aber wird die Babygang in Höhen und Tiefen zusammenhalten?

Regisseurin Katharina Bigus hat mit sechs Mädchen und drei Burschen aus Linz und Umgebung in Improvisationen, Interviews und Gesprächen ein spannungsgeladenes Beziehungsgeflecht mit vielschichtigen Charakteren entwickelt. Ausgangspunkt der Stückentwicklung waren die wahre Begebenheit in Gloucester, USA, wo 2008 in einer High School achtzehn Mädchen gleichzeitig schwanger wurden und Motive des französischen Films 17 Mädchen.

Die Inszenierung stellt Normen und Vorurteile zur Disposition, nimmt junge Menschen ernst, zeigt sie fragil, doch mit ungebrochener Lebenslust und erzählt von dem unverwechselbaren Gefühl siebzehn zu sein.

Leitung:

Inszenierung Katharina Bigus
Bühne Georg Lindorfer
Kostüme Natascha Wöss
Musik Gammon
Dramaturgie Katrin Maiwald
Theaterpädagogik Anke Held

Besetzung:

Flora Besenbäck,
Marlene Hauser,
Sophie Kirsch,
Adelina Nita,
Linda Pichler,
Lena Plochberger,
Daniel Cretiu,
Lukas Rabeder,
Maximilian Stein


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