Kunstausstellung

Sibylle von Halem - Opaion


Sibylle von Halem reagiert in ihrer Arbeit in der Burgkapelle auf die barocke, illusionistische Freskomalerei, die den ehemaligen Sakralraum bestimmt, insbesondere auf die gemalte, scheinarchitektonische Kuppel, die sich zum Himmel hin öffnet.

Begrüßung: Mag. Christine Wetzlinger-Grundnig, Direktorin MMKK
Zur Ausstellung: Mag. Magdalena Felice, Kuratorin
Eröffnung: Landesrat Dr. Wolgang Waldner, Kulturreferent des Landes Kärnten

Sibylle von Halem interessieren die realen, gedachten und gefühlten Orte, an denen das Individuum mit seiner Umwelt in Berührung kommt, sowie die starken, grundlegenden Gefühle, die entstehen, wenn die Innenwelt eines ganz auf sich selbst zurückgeworfenen Menschen und die Außenwelt aufeinandertreffen. In ihren luftigen, textilen Installationen und Objekten wie auch in ihren Arbeiten in anderen Materialien präsentiert uns die Künstlerin persönliche Schutzhüllen und intime Orte des Menschen – wie Haut und Kleidung oder Betten, Duschen und Behausungen – als Schnittstellen zwischen Innen und Außen, als Orte zwischen Privatheit und Öffentlichkeit. Geborgenheit und Verletzlichkeit liegen hier eng beieinander, und das eine kann ganz schnell in das andere übergehen. Das griechische Wort „Opaion“ bezeichnet eine zentrale Öffnung an der höchsten Stelle einer Kuppel.

Sibylle von Halem reagiert in ihrer Arbeit in der Burgkapelle auf die barocke, illusionistische Freskomalerei, die den ehemaligen Sakralraum bestimmt, insbesondere auf die gemalte, scheinarchitektonische Kuppel, die sich zum Himmel hin öffnet. Dorthin lenkt die Künstlerin durch ihre Installation den Blick der BetrachterInnen. Christlich Ikonografisches weitgehend ausblendend, das Individuum im Fokus, stellt Sibylle von Halem ganz allgemein die Frage nach den spirituellen Bedürfnissen des Menschen. In der Auseinandersetzung mit der Burgkapelle tritt erstmals das Über-sich-hinauswachsen- Wollen des Einzelnen, das uns die Künstlerin als ein dringendes menschliches Verlangen im Spannungsfeld zwischen freiem Willen und Zwang erfahren lässt, ins Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit. Mag. Magdalena Felice, Kuratorin


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