Klassik

Sharon Kam, Klarinette & Matan Porat, Klavier


„Lieben Sie Brahms?“, fragt der von Anthony Perkins gespielte Philip die durch Ingrid Bergman verkörperte Paula in Anatole Litvaks Filmklassiker aus dem Jahr 1961, der auf Françoise Sagans gleichnamigem Roman basiert. Bei Mit- und Nachwelt war und ist es gerade die Kammermusik des Komponisten, die sich besonderer Beliebtheit erfreut(e). Mochte die Gattung den „Neudeutschen“ als „Inbegriff des Überholten“ erscheinen, so erlaubte sie umgekehrt aus Sicht der Brahms-Partei eine strikte Konzentration auf die Gesetze einer reinen, „absoluten Musik“. Zu welch abgeklärter Meisterschaft Brahms auf diesem Terrain fähig war, zeigt sich vielleicht nirgends schöner als in den späten, herbstlich getönten Werken, die ab 1891 für den Meininger Klarinettisten Richard Mühlfeld entstanden.

Dass durchaus auch Komponisten, die den „Konservativen“ zuzurechnen sind, Tondichtungen schrieben, und dies sogar auf dem Gebiet der Kammermusik, beweist etwa Carl Reineckes berühmte Undine-Sonate, die, inspiriert von Friedrich de la Motte Fouqués Märchen, die Geschichte der titelgebenden Nixe in Tönen nacherzählt. 1882 als Flötensonate erschienen, erstellte der Komponist 1885 auch eine Fassung für Klarinette und Klavier, der die Starklarinettistin Sharon Kam nun zu ihrer Brucknerhaus-Premiere verhilft.


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