Jazz

Shake Stew


Mein lieber Freund ist das eine “Wahnsinns-Band”. Musikalisch wie physioenergetisch. Das aktuelle “Flagship-Projekt” des Bassisten & Komponisten Lukas Kranzelbinder.

Gebürtiger Kärntner, Wahlwiener und aufsehenerregende Stimme und Kreativkopf im österreichischen Nachwuchs-Jazzorbit mit weitverzweigten Interessen. Wie bekannt formierte Kranzelbinder das Ensemble anlässlich des Auftrages, das diesjährige Jazzfestival Saalfelden zu eröffnen. Versammelt hat der Bassist dafür einige der stupendesten Instrumentalisten aus unseren Landen, die weit über die Grenzen hohe Reputation genießen. Und eben auch die Möglichkeit der Stageband im Porgy, wurde seit längerem diskutiert. Nun startete die sechs Abende umfassende im Monatsrhythmus stattfindende, global clubmäßig singuläre, langlebige Format mit der Präsentation des Ensembles erstem Tonträger „The Golden Fang“. Näheres zu Namen und Titel ist in diversen Artikeln unterschiedlicher Printmedien, mit eher ungewöhnlichem Echo betreffend eines österreichischen Projektes, nachzulesen. Jedenfalls zermarterte sich Kranzelbinder wirklich das Hirn und füllte die Idee „Stageband“ mit Inhalt. Neben einer auffallenden Präsentationsform mit imposantem Bühnenbild und entsprechender Beleuchtung, gibt es abgesehen von der einheitlichen Oberbekleidung der Musiker mit den fetten goldenen Pinselstrichen, einen speziell kreierten Drink, einen Stageband-Pass mit Download Codes, was am Ende ein Live-Album ergibt, sowie einen ausgewählten DJ der in den Pausen den Raum beschallt. Auch in der aufregenden Stageband-Geschichte ein Novum. Das Besetzungskonzept, das sich, so der Leiter, aus bevorzugten Partnern ergab, erinnert an Ornettes Idee der Doppelbesetzung. Herausgekommen ist ein sehr eigengeprägter Bandsound mit ebensolcher Textur. Deren Kreativquell ist zwar eindeutig die „Jazz-Homebase“ jedoch werden offenen Ohres auch benachbarte Ästhetiken so etwa mit Rock-, Folklore- oder Minimal Music-Impetus anverwandelt. Somit taucht man in ein pluralistisches Soundgewebe voll überraschender Ereignishaftigkeit ein. Kranzelbinder gelingt es vortrefflich in einer transparenten Konsistenz melodische und harmonische Raffinessen mit einer enorm federnden, elastischen wie anspornenden Rhythmusstrategie, die nebenher, dank des Könnens und Verstehens unter den Rhythmusteams, vehement swingen, krachend rocken, latinmäßig grooven und plötzlich auch outside explorieren kann, in befruchtende Korrelation zu bringen. In all dies hinein gepflanzt sind offene Räume, in denen, den auf den jeweiligen Solisten abgestimmten Stücken, völlig frei Hand gelassen ist. Mario Rom feierte in seiner Art die Jazzhistorie seine Horns, growlt, spricht, flüstert, strahlt, Clemens Salesny fräst sich, Dolphy Respekt zollend, inbrünstigst durch schlichte folkloristische Liedhaftigkeit oder der einzige mit offenen Armen empfangene „Immigrant“ des Kollektives, Johnny Schleiermacher aus Deutschland, bluest sich mit sheppscher Duftnote, in eindrucksvoller Tenortradition, in klangliche Randbereiche. Nichts bricht hier allerdings auseinander, denn die stabilen, kunterbunten Arrangements sind Gold wert. Außerdem, die Rollenverteilung steht in einer gekonnt austarierten Proportion. Wiewohl Lukas Kranzelbinder als alleiniger Urheber der kompositorischen Vorgaben firmiert, ist hier unzweifelhaft Gruppenmusik von leuchtendem Impact im Spiel. Ein Spiel das die jungen österreichischen Jazzkünste international an den vordersten Bühnenrand holt. Schön, dass das hinkünftig auch ein neuer österreichischer Bundespräsident zu würdigen wissen wird. Da ist noch einiges im Busch hinsichtlich der auch mit weiteren Überraschungen aufwartenden, bevorstehenden Abende. Shaken, not stirred. Einzig bei den Ansagen könnte Kranzelbinder ein wenig Zurückhaltung walten lassen. Kommen Sie, kosten Sie, hören Sie, staunen Sie. (Hannes Schweiger)

Für die Saison 2016/2017 wird Shake Stew als P&B Stage Band an insgesamt 6 Abenden ein sich stetig veränderndes Programm präsentieren. Unter dem Titel Contemporary Stew wird im Februar besonderes Augenmerk auf die vielfältigen klanglichen Möglichkeiten der Septett-Besetzung gelegt. Das erste Set wird von den beiden Bassisten Lukas Kranzelbinder und Manuel Mayr gestaltet. Und auch danach wird es mehrere Kleinbesetzungen innerhalb der sieben Shake Stew Mitglieder geben. (Pressetext)

Nach wie vor erhältlich ist der neue Stage-Band-Pass, welcher den Download eines Live-Tracks pro Abend, sowie insgesamt zwei mal gratis Eintritt bietet. Dieser Pass steht gratis an der Abendkassa zur Verfügung.




  1. Set
    Lukas Kranzelbinder: bass
    Manu Mayr: bass


  2. Set
    Lukas Kranzelbinder: ass, bandleader
    Clemens Salesny: alto saxophone
    Johnny Schleiermacher: tenor saxophone, flute
    Mario Rom: trumpet
    Manu Mayr: bass
    Niki Dolp: drums, percussion
    Mathias Koch: drums, percussion




http://www.musicaustria.at/shake-stew-the-golden-fang/


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