Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

Selbstauslöser


Diese Ausstellung steht unter dem Leitmotiv der Fotografie mittels Selbst- oder Verschlussauslöser, ein Modus des Fotografierens, der im Alltag wie in der Kunst äußerst beliebt ist. Eine Auswahl von Werken aus der österreichischen Fotosammlung des Bundes − seit 2002 Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg – wurde dazu mit internationalen künstlerischen Positionen der erweiterten Fotografie in Zusammenspiel gebracht. In den rund achtzig künstlerischen Arbeiten der Ausstellung wird der performative Akt der Selbstaufnahme anhand von Fotografien wie auch anhand von Filmen, Videos, Kleinbildprojektionen, Künstlerbüchern und Performances dargestellt.

Mit der Erfindung der Fotografie öffnete sich für viele Künstler und Künstlerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts ein neuer Handlungsraum. Der Selbstauslöser fungiert dabei als operatives und symbolisches Werkzeug des Aufbegehrens, das weniger dem Drang nach Selbstdarstellung als vielmehr dem Akt der bewussten Selbststilisierung dient. Die Praxis des Sich-selbst-Fotografierens steht dabei in Wechselwirkung mit den technischen Entwicklungen. Dies zeigt sich u. a. im in der Komposition aufscheinenden Auslösekabel, im digitalen Fernauslöser oder einfach in der ausgestreckten Hand. Zugleich Fotograf und Fotografierter zu sein erfordert verschiedenartige Kontrollinstanzen. Der Blick in die Kamera schafft Distanz zu sich selbst, dient aber auch der Überprüfung des Selbst. Es entwickelt sich ein visuelles Verhältnis von Subjekt und Welt unter den gegebenen medialen Bedingungen. Wie an einigen Arbeiten zu sehen ist, geht die damit verbundene Veröffentlichung des Privaten mitunter auch einher mit einer Fiktionalisierung und schlussendlich mit künstlerischem Kontrollverlust.

Das Ausstellungsdesign greift den diesen Arbeiten innewohnenden Einsatz von Intimität und Entblößung, Privatem und Öffentlichem, Zeigen und Verbergen auf und bringt als räumliches Element den Paravent als Agent Provocateur ins Spiel. Generationenübergreifend stellt die Ausstellung das omnipräsente Thema der fotografischen Selbstdarstellung in den Kontext der Geschichte medienkritischer Kunst und setzt damit die Selbstauslöser-Fotografie als emanzipatorischen „Klick“ bis in die Gegenwart fort.


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