Theater

Schwester


Ein kleiner Junge im Schlafanzug schleicht am frühen Morgen aus dem Haus und geht zum Fjord. Er betrachtet das Gras, das sich im Wind hin und her bewegt, die Wolken am Himmel, die kleinen Wellen, die ans Ufer schwappen. Seine Mutter findet ihn schlafend im Gras und schimpft mit ihm. Sie hat sich Sorgen gemacht, als er plötzlich verschwunden war.

Der Junge versteht das nicht. Er hat doch nichts Böses getan. Er wird traurig. Er fühlt sich so allein. Er wird nie ganz allein sein müssen, denkt er und dann legt er den Kopf an die Schulter von seiner Schwester und sie legt den Arm um seinen Bauch.

Jon Fosse, nach Ibsen der international meist gespielte norwegische Dramatiker, ist bisher vor allem durch seine kargen, atmosphärisch starken Dramen für den Abendspielplan bekannt geworden.

Fosses Kinderbuch „Schwester“ ist diesen sehr ähnlich. Die Aufführung ist wie ein Blick in den Kopf des Kindes. Kinder sehen anders als Erwachsene. Sie verstehen andere Dinge und viele Dinge anders. Sie finden andere Dinge wichtig. Thema sind die unterschiedlichen Erlebniswelten von Kindern und Erwachsenen. Rational, reflektiert, immer nach Ordnungskriterien suchend, gefühlskontrolliert aber oft angstgesteuert leben Erwachsene. Bei Kindern ist alles eins: Traum, Spiel, Leben.

„Schwester“ ist eine atmosphärische Komposition aus Sprache, Musik, Bild und Spiel.

Regie: Claus Overkamp; Dramaturgie: Tina Jücker; Kostüme: Regina Rösing; Bühne: Tina Jücker und Regina Rösing; Schauspiel: Hannah Biedermann und Philip Schlomm, Theaterpädagogik: Sarah Mehlfeld; Öffentlichkeitsarbeit: Christiane Müller-Rosen; Lichtdesign und Ton: Bene Neustein; Fotos: Ursula Kaufmann


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