Klassik

Schubert in Gastein - Eröffnungskonzert


Das Kulturfestival „Schubert in Gastein“ an wunderbaren Orten wie der Preimskirche am Wasserfall ist eine Hommage an Franz Schubert. Der berühmte österreichische Komponist hat 1825 einen Teil des Sommers in Bad Gastein verbracht und hier einige Werke komponiert.

Zwei Symphonien komponierte Franz Schubert 1816 – und beide wohl für ein Wiener Liebhaberorchester unter der Leitung des Berufsmusikers Otto Hatwig. Da wurden Werke von Haydn und Mozart gespielt, aber auch Symphonien Beethovens gewagt – und zwischendurch Werke des Orchestermitglieds Schubert probiert. Er spielte zweite Violine und Bratsche und studierte musizierend die Orchestermusik der Vorbilder. Schuberts Symphonie Nr. 4 vom April 1816 ist seine erste Moll-Symphonie. „Tragisch“ betitelte er das Werk, meinte damit aber wohl weniger die Symphonie selbst als den Charakter ihrer Tonart.

Er gleicht die „tragischen“ Mächte mit positiven Kräften aus, bis hin zum Finale „in seiner lodernden Leidenschaft“, wie in Robert Schumanns Neuer Zeitschrift für Musik nach der ersten Aufführung der Symphonie in Leipzig zu lesen stand. „Zu leichter Sinn birgt meistens ein zu schweres Herz“ stellte Schubert 1816 in seinem Tagebuch fest. Damit beschrieb er unbeabsichtigt auch seine im September jenes Jahres entstandene fünfte Symphonie, die lichter und leichter als die vierte erscheint. Doch bei Schubert ist die Melancholie eine Schwester der Heiterkeit. Hinter der klassizistischen Fassade verbergen sich Töne des Schmerzes, leise und auch laute. Ebenfalls im September vor genau 200 Jahren wandte sich Schubert den „Drei Gesängen des Harfners“ Goethes zu. In dem hochromantischen Liederzyklus führen „himmlische Mächte“ die Menschen in das irdische Dasein und überlassen sie ihrem Schicksal. Den zentralen Themen in Schuberts Musik – Einsamkeit und Wanderschaft – wird Patricio Cueto mit einer Orchestrierung der Klavierlieder einen symphonischen Zug verleihen.


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