Vortrag

Schotter. Zur Herstellung einer kleinen psychoanalytischen Literatur


Jour Fixe
K. Stockreiter: Schotter. Zur Hertellung einer kleinen psychoanalytischen Literatur

Als „große Literatur“ (auch in der Psychoanalyse) bezeichne ich jene Textsorten einer Wissenschaft, welche die Axiome und Postulate, Anwendungen und die Geschichte der jeweiligen Disziplin erarbeiten und bestätigen, kurz: die Identität eines Wissensbereiches im Unterschied zu den anderen garantieren. Im Gegensatz dazu ist es die Intention der „kleinen Literatur“ jene Formen bereitzustellen, die es ermöglichen, in der eigenen Sprache wie ein Fremder leben zu können. Als Beispiel für eine kleine psychoanalytische Literatur soll der für diesen Vortrag bereitgestellte „Schotter“, dienen. Dieser besteht aus harten opaken Elementen, geschliffen durch den Zusammenstoß nicht assimilierbarer Schreibweisen mit der eigenen Vorstellungswelt, wodurch diese veranlasst werden soll, sich gegenüber der Einmaligkeit der Phänomene des Unbewussten zu öffnen.

Karl Stockreiter: Priv.-Doz., Dr., Psychoanalytiker in freier Praxis in Wien; Mitglied im Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse und Lehranalytiker im Linzer Arbeitskreis für Psychoanalyse; Mitbegründer der Forschungsgruppe für Psychoanalyse stuzzicadenti und Mitherausgeber der Zeitschrift „texte. psychoanalyse. ästhetik. kulturkritik“.

Moderation: Roman Widholm


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