Kunstausstellung

Schönheit & Anspruch


Benediktinerstift Admont

8911 Admont

Di., 10.04.2018 - So., 04.11.2018

Mo: 10:00 - 17:00 Uhr
Di: 10:00 - 17:00 Uhr
Mi: 10:00 - 17:00 Uhr
Do: 10:00 - 17:00 Uhr
Fr: 10:00 - 17:00 Uhr
Sa: 10:00 - 17:00 Uhr
So: 10:00 - 17:00 Uhr

Was bedeutet es, wenn kirchliche Institutionen zeitgenössische Kunst sammeln? Die Werke werden auf ihren religiösen Gehalt hin fokussiert: Sie geben – im Kontext der umfangreichen Admonter Sammlungen – auch darüber Auskunft, wohin sich die zeitgenössische Kunst im Hinblick auf die christliche Bilderwelt entwickelt hat.

Das Museum für Gegenwartskunst im Stift Admont und das Kulturzentrum bei den Minoriten als Haus für zeitgenössische Kunst der Diözese Graz-Seckau haben es in den letzten Jahren mit ihren jeweiligen Möglichkeiten und Qualitätsansprüchen getan. Anlässlich des Jubiläumsjahres der Diözese Graz-Seckau wurde daraus im Rahmen der „Admont Guests“-Schiene eine Ausstellung, verbunden mit Werken aus der Sammlung des nunmehrigen Innsbrucker Bischofs Hermann Glettler, die dieser 2015 der Diözese geschenkt hat; hinzu kommen auch noch Arbeiten aus den Beständen der QL-Galerie. Die Werke werden auf ihren religiösen Gehalt hin fokussiert: Sie geben – im Kontext der umfangreichen Admonter Sammlungen – auch darüber Auskunft, wohin sich die zeitgenössische Kunst im Hinblick auf die christliche Bilderwelt entwickelt hat.

„Wie lange dauert das ewige Leben?“ fragt Petra Sterry in großen Lettern im Naturhistorischen Museum. Ein pulsierendes Herz ist mit einer Toninstallation verbunden, auf der die Geschichte einer Firma erzählt wird, die das Sterben abgeschafft hat. Auf dem Weg dorthin finden sich Grabplatten der deutschen Künstlerin Madeleine Dietz: Auf ihnen stehen nicht Namen, sondern Bekundungen: „Deine Augen“, „Dein Mund“, Deine Küsse“... Beziehung bleibt. Am Ende ist es das Einzige. Nicht Ruhm und Ehr, nicht Macht und Geld. Das wussten gerade die Barockbildhauer wie Josef Stammel in unserer Bibliothek. Er ist auch im Kleinformat in der Inszenierung von Lois Renner in der Ausstellung vertreten – dieser Künstler war der erste der vor 18 Jahren begonnenen stiftseigenen Serie „Made for Admont“. Der Einstieg in diese Ausstellung widmet sich den letzten Fragen. Es findet sich auch der Arbeitsplatz Gottes, wie ihn Werner Reiterer entworfen hat – in seinem „Altarentwurf“. Doch Gott scheint weg zu sein, nur ein Notizzettel liegt da, auf dem zu lesen ist: „I’ll be back in 5 Minutes.“ Daneben ein schon alt gewordenes Handy. Sind seine Zeitmessungen der Ewigkeit vielleicht doch anders als unser Stunden- und Minutentakt?

Wenn sich hier das 1074 gestiftete Stift Admont mit seinen Kunstwerken und das (1975 gegründete) Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz zusammentun, um, gemeinsam mit weiteren Sammlungsstücken der Diözese, eine Ausstellung zu formen, so ist das schon ein ganz besonderes Ereignis: Nirgendwo in Europa findet sich eine derartige Dichte an zeitgenössischer Auseinandersetzung mit Kunst, die von der Kirche betrieben wird, wie bei uns in der Steiermark.

Über 50 Werke aus den unterschiedlichen Sammlungen arbeiten sich an den großen Themen wie „Götter der Gegenwart“, „Flucht“, „Maria“, „Altäre und sakrale Kleider“,„Kreuz“, „Christus“ und „Ewiges Leben“ ab. Von der Gruppe 0512, Siegfried Anzinger, Willi Arndt, Guillaume Bruere, Christoph Cremer, Christian Eisenberger, Manfred Erjautz, Michael Endlicher, Madeleine Dietz, Dorothee Golz, Hermann Glettler, Stephan Hann, Fritz Hartlauer, Günther Holler-Schuster, Edgar Honetschläger, Karl Leitgeb, Zlatko Kopljar, Alfred Klinkan, Ronald Kodritsch, Alois Mosbacher, Clara Oppel, Adrian Paci, Markus Reiter, Werner Reiterer, Lois Renner, Claudia Schink, Hubert Schmalix, Christoph Schmidberger, Martin Schnur, Hans Staudacher, Petra Sterry, Gustav Troger, Markus Wilfling und Erwin Wurm.