Literatur · Theater

Schöne neue Welt


„Ein wirklich leistungsfähiger totalitärer Staat wäre ein Staat, in dem die allmächtige Exekutive politischer Machthaber und ihre Armee von Managern eine Bevölkerung von Zwangsarbeitern beherrscht, die zu gar nichts gezwungen zu werden brauchen, weil sie ihre Sklaverei lieben.“

„Die unmittelbare Zukunft wird wohl der unmittelbaren Vergangenheit ähneln, und in dieser tendierten technische Umwälzungen, welche in einer Wirtschaft der Massenproduktion und unter einer vorwiegend besitzlosen Bevölkerung vor sich gingen, stets dazu, wirtschaftliche und gesellschaftliche Unordnung hervorzurufen. Um mit Unordnung fertig zu werden, wurde stets Macht zentralisiert und die Kontrolle durch die Regierungen verstärkt. Es ist also wahrscheinlich, dass alle Regierungen der Welt mehr oder weniger totalitär sein werden“, schrieb Aldous Huxley kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

In Huxleys 1932 erschienenem Zukunftsroman Schöne neue Welt besteht das Totalitäre nicht in der brutalen Unterdrückung eines Überwachungsstaates, sondern im genormten Wohlfühlglück einer hoch entwickelten Gesellschaft, in der alle Menschen am Luxus teilhaben. „Damals verlegte ich diese Utopie sechshundert Jahre in die Zukunft. Heute scheint es durchaus möglich, dass uns dieser Schrecken binnen eines einzigen Jahrhunderts auf den Hals kommt.“

Aus dem Englischen von Herberth E. Herlitschka

Es lesen: Barbara Horvath, Helmut Berger Regie: Helmut Berger, Barbara Horvath

Dauer: etwa 2 Stunden, eine Pause


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