Klassik

SchlossCapelle Eisenstadt


Programm:

Joseph Haydn, Sinfonie Nr. 52 in c-moll
Johannes Leopold Mayer, Tractatulus parvus musico – narrativicus de vexationibus cottidionis vulgaribus
Franz Schubert, Rondo in A-Dur für Violine und Streicher, D 438
Wolfgang Amadeus Mozart, Sinfonie in g-moll, KV 183

„Ich muss wohl auch ein bisschen wahnsinnig gewesen sein“, sagte Bernd Gradwohl erleichtert und glücklich zugleich auf die Frage, wie man heutzutage noch ein klassische Orchester gründen könne. Diese „Wahnsinnsidee“ war gleichzeitig der Traum des Komponisten und Dirigenten aus Eisenstadt. Mit seinem 21-köpfigen, aus zehn Nationen stammenden Orchester „Die SchlossCapelle“ begeistert er das Publikum. „Wir wollen weg vom Klischee Papa Haydn, unsere Musik ist jung und spritzig“, so Gradwohl. „Außerdem bestand auch das ursprüngliche Orchester Joseph Haydns aus 21 Musikern. Wir sind authentisch.“

Nach seiner einzigen, längeren Krankheit um 1770 holte Haydn in den folgenden beiden Jahren zum Durchbruch seiner musikalischen Individualität aus: Neben den Streichquartetten verfasste er eine Gruppe von acht Sinfonien, die zum Faszinierendsten gehören, was er überhaupt komponierte, darunter seine beeindruckende c-moll-Sinfonie, die in dem Zeitraum 1771 bis 1773 in Esterháza entstanden ist und einer feurigen Explosion gleicht.
Leider hat Franz Schubert kein Violinkonzert geschrieben, in dem er die Geige solistisch einem Orchester gegenüberstellte. Obwohl die Geige sein Instrument war. Als „kleinen“ Trost hat er jedoch dieses wunderschöne Rondo für Violine und Orchester hinterlassen. Schubert schrieb das Werk 1816 in Wien, in unmittelbarer Nähe zu seiner 5. Sinfonie. Es war das letzte Jahr seiner Kompositionsstudien bei Antonio Salieri.

Der 17-jährige Mozart vollendete vermutlich am 5. Oktober 1773 die Sinfonie, die gemeinhin als „kleine“ g-moll-Sinfonie bezeichnet wird – im Kontrast zu seiner späteren KV 550. Das Werk enthält einige Strukturen, die für Mozart bis dahin ungewöhnlich waren. Seine erste Sinfonie in einer Moll-Tonart überhaupt. Zu dieser Zeit überwogen Sinfonien in Dur. Das Mollgeschlecht verführte Musikwissenschaftler, eine Vorahnung der „Sturm-und Drang-Periode“ zu hören oder diese sogar als einen Vorläufer der Meisterwerke der Romantik zu betrachten. Dies mag auch der Grund sein, warum aus den Moll-Sinfonien gerne Weltschmerz-Gefühle herausgehört oder wie in Mozarts Fall erste sehnsüchtige Liebesgefühle hineingedeutet werden.


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