Theater

Saturn kehrt zurück


Gustin, 88 Jahre alt, hat niemanden zum Reden. Aber es gibt da ja das Telefonbuch. Nachdem Klempner und Escort-Service seine Einsamkeit nicht lindern konnten, ruft der pensionierte Radiologe einen Pflegedienst an – obwohl er auch nicht wirklich pflegebedürftig ist.

Und reden will er zwar, aber möglichst nicht über sein Leben – jedenfalls nicht über alles. Wie der Saturn alle dreißig Jahre an seinen Ausgangspunkt zurückkehrt, so erleben wir in Rückblenden einen Mann in drei verschiedenen Phasen seines Lebens mit jeweils dreißig Jahren Abstand. Und es scheint, als bedeute jede Wiederkehr des Planeten auch eine Krise in dieser Biografie. Mit 28 muss Gustin den Tod seiner Frau Loretta erleben, die bei der Geburt der gemeinsamen Tochter stirbt. Und genau dreißig Jahre später verunglückt diese tödlich, nachdem sie ihren Vater Richtung Mexiko verlassen hat. Am Ende seines Lebens ist Gustin ganz allein: „Die Zeit für Witze ist vorbei.“

Noah Haidles Stück wagt sich an allerletzte Fragen. Es erzählt auf poetisch berührende wie komische Weise von Liebe und Tod, vom Jungsein und vom Altwerden, von Schuld und nie erfolgter Sühne. Die Wahrheit hinter den Lebenslügen blitzt immer wieder auf, nur um sogleich wieder von Finsternis verhüllt zu werden. Sara Abbasi, zuletzt Regieassistentin am Burgtheater, wird das Stück dieses unbedingt zu entdeckenden Autors in Österreich erstmals auf die Bühne bringen.

Noah Haidle, 1978 in Michigan geboren. Seine Stücke wurden USA-weit inszeniert, im deutschsprachigen Raum bekannt wurde er 2009 durch Mr. Marmelade. Mit Saturn kehrt zurück wird erstmals eines seiner Stücke am Burgtheater aufgeführt.

Besetzung:

Gustin 88
Rudolf Melichar
Gustin 58
Peter Knaack
Gustin 28
Tino Hillebrand
Suzanne / Zephyr / Loretta
Irina Sulaver
Regie Team

Regie
Sara Abbasi
Bühnenbild
Sarah Sassen
Kostüme
Leonie Zykan
Musik
Tommy Hojsa
Licht
Mathias Mohor
Dramaturgie
Florian Hirsch


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