Theater

Sarajevo 14 oder der Urknall in Europa


Sarajevo 1914. Gavrilo Princip erschießt den österreichisch-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und löst damit eine weltweite Katastrophe aus, die über das 20. Jahrhundert hinweg bis in unsere Zeit ihre Wirkung zeigt. Franzobel erzählt den Ausbruch des Ersten Weltkriegs aus der Sicht der Frauen.

Da gibt es die Gattin des Thronfolgers, ihre Kammerzofe, ein serbisches Zimmermädchen, das mit Gavrilo Princip befreundet ist, eine serbische Sozialistin, die den Chauffeur des Erzherzogs liebt, und eine bosnische Prostituierte, die in die Zukunft sieht: Frauen, an deren Schicksal sich der Umbruch einer ganzen Epoche zeigt. Die große Geschichte wird vor allem am Leben der kleinen Leute sichtbar. Ein fiktives Historiendrama, das uns über das Attentat von Sarajevo die Gegenwart erschließt.

Franzobel, der 1967 in Vöcklabruck geborene Nestroy- und Ingeborg- Bachmann-Preisträger, ist einer der populärsten und polarisierendsten österreichischen Schriftsteller. Genau der Richtige, um für das Tiroler Landestheater ein Stück zu schreiben, das sich im Gedenkjahr 2014 mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs auseinandersetzt. Zu viel Respekt der Historie gegenüber ist da nicht zu erwarten, denn Franzobel, der sich selbst als „Querdenker“ bezeichnet, ist bekannt dafür, „mit barocker Sprachlust und derbem Sarkasmus in die Vollen zu langen, dass die österreichische Seele brodelt und in ihren schwarzen Löchern Blasen wirft.“ (Christine Dössel). Wir sind gespannt!

Schauspiel von Franzobel
Uraufführung

Regie Fabian Kametz

Bühne & Kostüme Vazul Matusz


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