Kunstausstellung

Sarah Lucas


Lucas’ Oeuvre verkörperte von Anfang an ihre kritische Haltung gegenüber gesellschaftlichen Normierungen, sexuellen Stereotypen und geschlechtspezifischen Rollenzuschreibungen

Seitdem die Young British Artists (YBA) in den späten 1980er-Jahren bekannt wurden, gilt Sarah Lucas als eine ihrer prominentesten VertreterInnen. Deren Hang zu Provokation, gepaart mit kolportiert wildem Lebenswandel und ausgeprägtem Selbstbewußtsein, sorgte vor allem in den 1990er-Jahren in der internationalen Kunstwelt für Furore.

Lucas’ Oeuvre verkörperte von Anfang an ihre kritische Haltung gegenüber gesellschaftlichen Normierungen, sexuellen Stereotypen und geschlechtspezifischen Rollenzuschreibungen. In Self-Portrait with Fried Eggs (1999) blickt die in Jeans und T-Shirt gekleidete Künstlerin in Macho-Pose in einem schäbigen Sessel lümmelnd, zwei Spiegeleier auf ihren Brüsten, unerschrocken in die Kamera. Die unverblümte Direktheit der Arbeiten, die pornografische oder feministisch motivierte Assoziationen auslösen, wurde stets als Provokation empfunden. Es ist diese Direktheit, mit der die Künstlerin vorherrschende sexuelle Klischees bloßstellt und unterwandert. Beispielhaft dafür sind ihre Bunny-Objekte (1997): Ausgestopfte Nylonstrumpfwürste, die weibliche Körper versinnbildlichen, sind in lasziver Pose auf unterschiedlichen Stühlen drapiert. Auch Lucas’ Arrangements mit Früchten, Gemüse und Alltagsgegenständen sind leicht als eindeutige sexuelle Anspielungen zu entziffern, wie in Au Naturel (1994).

Mit ihren Skulpturen, Objekten, Installationen und Fotografien hat Lucas eine unverwechselbare Material- und Bildsprache entwickelt, die stets einen tiefgründigen Humor erahnen lässt. Zu ihren bevorzugten Mitteln zählen scheinbar wertlose, benutzte Alltagsgegenstände wie Kleiderbügel, Bierdosen, Nylonstrümpfen und, immer wieder, Zigaretten und Hausrat wie Matratzen, Toilettenschüsseln und Glühbirnen.


Vergangene Termine