Literatur

Samanta Schweblin - Das Gift


Mit ihren drei Erzählbänden hat die argentinische Autorin und Filmwissenschafterin Samanta Schweblin Furore gemacht, sie wurde mehrfach dafür ausgezeichnet. Nun ist ihr erster Roman zu lesen, der wie zuvor schon die Erzählungen durch seine Rätselhaftigkeit und die Vermischung der Grenzen zwischen Realem und Phantastischem besticht.

Irgendwo in der Weite der argentinischen Pampa trinkt ein Pferd vergiftetes Wasser, es stirbt. Der kleine Junge David, der mit dem Pferd in Kontakt gekommen ist, kann gerade noch gerettet werden, ist seither aber nicht mehr derselbe. Im Wechsel von Dialog, Träumen und flirrenden Wahrnehmungen rekonstruiert der Roman eine rätselhafte Geschichte, ohne sie zur Gänze aufzulösen.
An die Filme David Lynchs erinnernd, bewegt dieser Roman sich raffiniert zwischen halluzinatorischen Bildern, die eine sich untergründig verdichtende Atmosphäre der Unheimlichkeit entstehen lassen. Hintergrund dafür sind allerdings harte Realitäten wie zum Beispiel der folgenreiche Einsatz von Pestiziden und Giften in der argentinischen Landwirtschaft.

„Sie hat Geschichten zu erzählen. Sie hat Rhythmus. Sie hat Poesie. (...) Sie hat einen einzigartigen Blick auf die Dinge.“ (Le Monde)

Samanta Schweblin, geboren 1978 in Buenos Aires, studierte Filmwissenschaft, lebt als freie Autorin in Berlin. Für ihren Erzählungsband „Die Wahrheit über die Zukunft“ erhielt sie 2008 den Premio Casa de las Américas sowie den Juan-Rulfo-Preis, für den soeben in spanischer Sprache erschienenen Band „Siete casas vacías“ erhielt sie den Premio de narrativa breve Rivera del Duero de España. „Das Gift“ ist ihr erster Roman, er erscheint in über zwanzig Ländern.


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