Jazz

Sakina & Anadolu Quartet


Sakina Teyna selbst hat die Türkei vor Jahren verlassen. Aufgrund ihres politischen Engagements war es ihr dort zu gefährlich geworden. Im Jahr 2006 bat sie in Österreich um Asyl. Den Neuanfang in Europa nutzte sie, um sich ihren Lebenstraum zu erfüllen. Vor zwei Jahren gründete mit zwei befreundeten Musikerinnen das Trio Mara, das kurdische Volkslieder mit klassischer Instrumentierung verbindet.

Ihr erstes Konzert gab das Trio zum Frauentag am 8. März, im vergangenen Jahr brachte es ein Album heraus. Die Zusammenarbeit der drei Musikerinnen ist nicht ganz einfach, denn die Pianistin wohnt in Hannover, die Geigerin in Frankfurt, während Sakina, die Sängerin, zwischen Düsseldorf und Wien pendelt. Ihre Kompositionen und Lieder schicken sie sich gegenseitig per E-Mail hin und her, nur für Proben, Aufnahmen und Auftritte treffen sie sich.

Ganz ähnlich gestaltete sich jetzt die Zusammenarbeit mit dem Anadolu Quartet, einem nicht nur in studentischen Kreisen gefeierten Streichensemble aus der Türkei. Die vier klassisch ausgebildeten Musiker arrangieren traditionelle kurdische, armenische und türkische Lieder mit Cello und Violine völlig neu. Mit Frack und Fliege verwandeln sie alte anatolische Volksweisen zu wohltemperierter Kammermusik.

Würde kurdisches Liedgut an den Konservatorien der Türkei regulär gelehrt, dann würde dort vermutlich öfters solche Musik entstehen, wie sie das Anadolu Quartet spielt - ein musikalisches Spiegelbild der kulturellen Vielfalt der Landes. Erste Ansätze dazu gäbe es inzwischen auf kommunaler Ebene, in kurdisch geprägten Städten wie Diyarbakir und Mardin, sagt Sakina.

Sakina: vocals
Ahmet Tirgil, Utku Baris Andac: violin
Ozan Nabi Akin: viola
Ismail Kaya: cello

http://www.sakinateyna.com/



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