World Music

Sainkho Namtchylak


Die gebürtige Tuwinerin ist eine Wanderin zwischen den Welten, den Künsten, den Zeiten und den Stilen. Das spiegelt sich in ihrer kurvenreichen Biografie wider, die in bunten Farben von ihrer persönlichen und künstlerischen Vielseitigkeit erzählt.

Obwohl ihre Rolle als Sängerin im Vordergrund steht, ist sie sich in Film- und Theaterprojekten tätig. Die Zahl ihrer musikalischen Kooperationen geht gegen unendlich.

Sainkho Namtchylak kommt 1957 in einem sowjetischen Goldgräberstädtchen nahe der mongolischen Grenze auf die Welt. Ihre Heimat, die Republik Tuwa, liegt in Südsibirien und zählt gerade einmal 300.000 Seelen. In der Hauptstadt, Kyzyll, beginnt Namtchylak 1975 mit dem Studium der Musik, wechselt aber bald in die Kulturmetropole Moskau, weil der Zugang zu einer professionellen Karriere in ihrer Heimat schwer ist.

Trotz aller Diskriminierungen ist Sayani, das staatlich tuwinische Folklore-Ensemble dem sie 1976 beitritt, ihre erste Sprosse auf der Karriereleiter. Die Tourneen mit Sayani führen sie in der zweiten Hälfte der 70er nach Europa, Australien, Neuseeland, USA und Kanada. 1981 siedelt sie endgültig nach Moskau um, um ihre musikalische Ausbildung am dortigen Konservatorium zu vervollständigen. Ihre Diplomarbeit befasst sich mit Vokalstilen sibirischer Folklore.

Während ihrer Studienzeit nimmt sie Kontakt zur Moskauer Avantgarde-Szene auf und etabliert sich als kreative und innovative Sängerin. Ihre Techniken orientieren sich einerseits am Höömei (auch: Khöömei), der tuwinischen Variante des Oberton- und Kehlkopfgesangs. Ihre musikalischen Vorlieben finden sich jedoch neben der Folklore ebenso im Jazz, der Avantgarde und der zeitgenössischen Klassik.


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