Diverse Musik

Sabri Brothers Qawwal - Der Gesang der Propheten


„In Wahrheit gibt es nur ein einziges Licht, das durch unterschiedliche Fenster scheint und uns durch die Person jedes einzelnen Propheten erreicht.“ Dschalal ad-din Ar-Rumi (1207–1273)

Sie wanderten 1947 nach der Teilung Indiens in den muslimisch beherrschten, neu gegründeten Staat Pakistan aus: Die erste Generation der Sabri Brüder, die ihre musikalische Ausbildung von ihrem Vater, „Ustadh“ Inayat Sen Sabri, bekam, verbreitete die Tradition des „Qawwali“ in ihrer rauen Ursprünglichkeit von Pakistan aus bis in westliche Länder.

Die heutigen Sabri Brüder führen die Tradition des „Qawwali“ weiter. Sie erhalten diese wunderschöne sufistische Tradition des indischen Subkontinents und bewahren ihre vollendete Form wie in einer Nussschale. Sie spenden mit ihrem Gesang Trost und Liebe. Ein „Qwal“ ist die Äußerung eines Propheten, „Qawwali“ wurde zum hingebungsvollen Gesang prophetischer Worte. Darin fließen persische und indische Musiktraditionen ineinander, deren Vereinigung zum „Qawwali“ dem Inder Amir Khusro Dehelvi aus dem Sufi-Orden der Chisti im 13. Jahrhundert nachgesagt wird. Die Wurzeln reichen aber bis ins achte Jahrhundert zurück. Heute noch folgen „Qawwali“-Rituale – wenn auch in verschiedenen Dialekten und Klangsprachen – von Indien, Pakistan und Bangladesch bis zum Iran und der Türkei der persisch-indischen Tradition.

Die Sehnsucht des Menschen nach dem Göttlichen, die Hingebung und die Liebe kommen im „Qawwali“ zum Ausdruck. Es beginnt mit einem Loblied auf Allah („Hamd“). Mit Lobgesängen auf den Propheten Mohammed („Naat“) und auf Imam Ali und auf Sufi-Heilige („Manqabat“) steigert sich das Ritual zu Liebesliedern („Ghazal“), Klageliedern („Marsiya“) und zum „Muadjaat“, in dem in vielen sprachlichen und musikalischen Varianten die Dankbarkeit gegenüber Allah zum Ausdruck gebracht wird. Darin gehen die Worte oft auf Dichtungen des Sufi-Poeten Rumi in persischer Sprache zurück.

Begleitprogramm:
16:30 Film im Kino im Kesselhaus
FOREST OF BLISS





USA 1986 >>REGIE: ROBERT GARDNER
Gardners Dokumentarfilm ist ein poetisches filmisches Gedicht über Leben und Sterben in Benares, der heiligen Stadt der Hindus, Stadt Shivas und „Großen Verbrennungsstätte“.




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