Theater

Sabina


Das Theaterstück „Sabina“ bezieht sich in vielen Details auf Authentisches, das in der Dissertation von Christian Mathies (2017, über den Schulalltag im Ständestaat – darin das Kapitel über den Lehrer, Sozialist und Widerstandskämpfer Johann Vogl) einerseits und auf ein längeres Videointerview mit Sabina Biehler (von Ruth Deutschmann für das „virtuelle Haus der Geschichte Tirol“ und für einen „Kreuz und Quer“ - Film über sie).

"Sabina" erzählt von einer tiefreligiösen Frau, die als Volksschülerin einen Lehrer hatte, an den sie sich noch sehr gut erinnern kann. Er war ein bekennender Sozialist, ein begeisterter Pädagoge, der mit seinen Anschauungen Einiges an Konflikten mit dem Pfarrer des Dorfes auszutragen hatte. Sabina erinnert sich, wie ihr bei einem Kirchenbesuch die Masche ihres Zopfes aufgegangen war, sie unschicklich mit offenen Haaren da kniete und hierfür vom Lehrer, der auch Organist war, deshalb zur Rechenschaft gezogen wurde. So sehr sie das als ungerecht empfand, fühlte sie sich diesem Lehrer doch auch verbunden und erzählt, wie es dazu kam, dass er von den Nazis gehenkt worden ist.

Das Stück handelt vom Alltag der alten Sabina (dargestellt von Evelin Wille) die von einem Pfleger (gespielt von Josef Falkeis) regelmäßig besucht wird. Dieser weiß mit der Art Sabinas Besucher für andere zu halten als sie sind im Sinn der Einsicht umzugehen, dass man „in den Schuhen des anderen“ gehen muss, um Kontakt mit Dementen aufrecht erhalten zu können. Von diesem Pfleger auf die Eigenart der Sabina vorbereitet, kommt ein an Zeitgeschichte interessierter Mann (gespielt von Alfred Nigg) vorbei, der von Sabina persönlich Erlebtes über besagten Oberlehrer wissen will.
Er meint, so lange es noch die Möglichkeit gibt, Geschichte aus dem Mund der Alten und Ältesten zu erfahren, müsse diese genützt werden, denn bei der Geschichts - „schreibung“ geht das Persönliche der Geschichts – „erzählung“ verloren. Beim Erzählen aber hat Zeitgeschichte ein Gesicht, mit Profil und Falten.
Unter Verwendung von Zeugnissen über den Sozialisten Johann Vogl (1895-1944) in Verbindung mit Erinnerungen von Sabina Bihler.

Beginn jeweils um 20.30 Uhr

Eintritt 10€ / 7€ (Empfohlen ab 14 Jahren)
Reservierung: 0043 677 61441790


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