Oper · Theater

Rusalka


Das vorletzte Werk Antonín Dvořák's entstand um 1900 und ist musikalisch ebenso der tschechischnationalen Schule verbunden wie auch in einzelnen Aspekten dem Musikdrama Richard Wagners.

Musik Antonín Dvořák
Text Jaroslaw Kvapil
Lyrisches Märchen in drei Akten

Die Geschichte einer Nixe, die sich in einen Menschen verliebt, ihr Element verlässt und an der Welt scheitert, zieht sich durch viele Märchen- und Sagenstoffe Europas. Man denke nur an Hans Christian Andersens Erzählung »Die kleine Meerjungfrau«, die bis heute andauernde Popularität genießt. Antonín Dvořák orientierte sich mit seiner »Rusalka« zwar auch an Andersen, verhandelte aber in der 1901 uraufgeführten Oper auch zahlreiche weiterführende Themen. In seinem »Lyrischen Märchen« fanden jene drängenden Fragen der Jahrhundertwende ihren Ausdruck, die Sigmund Freud unter dem Schlagwort vom Unbehagen in der Kultur zusammenfasste. Psychologisch zugespitzt prallen Zivili­sation und Natur, Ängste und Sehnsüchte, Machtverhältnisse und Geschlechterdefinitionen aufeinander.

Der Sprachverlust der Rusalka reflektiert deutlich Identi­fikations-, Ausgrenzungs- und Daseinsängste. Regisseur Sven-Eric Bechtolf spiegelt diese Gefühls- und Gedanken­zustände in einer surrealen, unwirtlichen und bedrängenden Welt: Zwischen Schneewüste und kargem Ge­hölz wird die Geschichte der abtrünnigen Wassernixe, die sich in einen Prinzen verliebt, der sich ihrem Anspruch nicht gewachsen zeigt, in eindringlichen Bildern erzählt. Mit Piotr Beczała und Kristīne Opolais stehen zudem Sängerpersönlichkeiten auf der Bühne, die in all ihren Figuren stets eine berührende Tiefendimension entdecken.

Besetzung
Musikalische Leitung
Tomáš Hanus
Inszenierung
Sven-Eric Bechtolf
Bühne
Rolf Glittenberg
Kostüme
Marianne Glittenberg
Licht
Jürgen Hoffmann
Choreographie
Lukas Gaudernak

Der Prinz
Piotr Beczala
Die fremde Fürstin
Elena Zhidkova
Der Wassermann
Evgeny Solodovnikov
Rusalka
Kristīne Opolais
Jezibaba
Monika Bohinec


Künstler


Vergangene Termine