Jazz

Rufus Wainwright & Band


Nur zu selten können Sprösslinge berühmter Künstler an das Level ihrer Altvorderern anschließen. Bei Rufus Wainwright ist das anders. Der Sohn des berühmten Songwriters Loudon Wainwright III und der Sängerin Kate McGarrigle verband auf meisterlichen Alben wie „Want 2“ und „Release The Stars“ die Beobachtungsgabe seines Vaters mit dem sängerischen Duktus der Mutter.

Nach Ausflügen in die Welt der Oper, in die Sphären einer Judy Garland und in die geistigen Höhen von Shakespeares Sonnetten, kehrt Wainwright mit seinem siebten Studioalbum „Out Of The Game“ eindrucksvoll in die Welt des melodischen Pop zurück. Viel ist passiert in den letzten zwei Jahren. Die geliebte Mutter – strengste Kritikerin und größter Fan – starb, und Wainwright zeugte – obwohl homoerotisch orientiert – ein Kind mit der Tochter von Leonard Cohen. All die krassen Emotionen, die mit solchen Ereignissen verbunden sind, werden im neuen Opus reflektiert.

Gemeinsam mit Produzent Mark Ronson (Amy Winehouse) und den Dap-Kings präsentiert der größte Melodiker seit Paul McCartney sein zugänglichstes Album seit Langem. Es erinnert an die größten Werke von Fleetwood Mac, dem Electric Light Orchestra und Harry Nilsson. Rufus Wainwright versöhnt mit lockerer Hand Klassikavancen mit Popsinnlichkeit, vereint bildungsbürgerliches Idyll und polymorphe Triebe aufs Geschmeidigste. Er erkennt, daß Revolte viele Gesichter und vielerlei Arten von Beinen („Bitter Tears!) haben kann.

Der im New Yorker East Village lebende Sänger, fasziniert mit gewohnt luxuriös dahinfließendem Vokalpathos und einem stimmigen Gleichgewicht aus Schwülstigkeit und Selbstironie. Mark Ronson beschenkt mit großartigen Arrangements, die zuweilen bis in die Doowop-Ära zurückreichen. Man kann auf die Umsetzung dieser preziösen Kunst im schönen Haus am Ring gespannt sein.


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