Rosen auf den Weg gestreut - Tucholsky trifft Eisler


Rosen auf den Weg gestreut - Tucholsky trifft Eisler - oder: Das Leben muss man kauen! Szenen und Lieder einer imaginären Begegnung mitten in der Krise - Eigenproduktion in Kooperation mit dem Theater Spielraum

Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg – Aufatmen, Aufbruch, Aufbau… und dann doch gleich wieder Reaktion, Niedergang und Stumpfsinn.

Und trotzdem: Der Österreicher Hanns Eisler und der Deutsche Kurt Tucholsky hegen unabhängig voneinander, und jeder auf seine Weise, die Hoffnung auf schönere Zeiten, auf menschlicheren Umgang und auf freudigen Genuss.

Sie suchen die Befreiung aus dem Althergebrachtem. Sie schreiben und komponieren dafür und sind dabei immer auf der Suche nach einer leichteren Zukunft für die einfachen Menschen.

Und dann: 1935 wählt Kurt Tucholsky fern der Heimat den Freitod. Hanns Eisler geht 1933 nach Paris, Svendborg, London und 1938 dann ins Exil nach Amerika, was keineswegs die Endstation seines Fluchtwegs ist.
Die Kraft der Poesie, die von Eisler und Tucholsky ausgeht, strahlt bis heute. Ihr aufrechter, kompromissloser Gang, die Hinwendung gerade zu den einfachen Menschen, ihr künstlerischer Einsatz für mehr Humanität, der eminent politisch war, das alles macht ihr Werk für uns nach wie vor spannend, berührend und verstörend schön.

Der Abend lässt sowohl diesen Genuss als auch das Engagement erlebbar werden.
Kern des Abends ist eine Auswahl von Liedern, in denen Hanns Eisler - um 1930 und um 1959 - Texte von Kurt Tucholsky, im Auftrag von Ernst Busch vertont hat.

Der Titel des Programms besteht aus zwei Zitaten aus diesen Liedern, auch hier: einmal kämpferisch, einmal witzig.

Eine bunter Bogen von Tucholskys bissigen und witzigen Texten und Szenen, einmal überschäumend wie die damalige Zeit, einmal nachdenklich aber immer wieder politisch, sozialkritisch und pazifistisch, ergänzen das Programm.

Erich Kästner über Kurt Tucholsky:“ Er ist ein kleiner dicker Berliner, der mit einer Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten wollte.“

Gisela May über Hanns Eisler: "Eislers Musik ist revolutionär, und alles was revolutionär ist, ist meiner Meinung nach auch immer aktuell, hier und anderswo."

Mit Tristan Jorde und Kristin Kehr (Idee, Lieder, Szenen)
Am Klavier: Elisabeth Herscht-Garrelts


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