Theater

Romulus der Große


Dürrenmatt vergegenwärtigte mit Ironie und Satire alle erstarrten Konventionen eines selbstgefälligen Kleinbürgertums.

Der westliche Teil des römischen Reiches wird von Romulus regiert. Dieser hat aber alles nur nicht seine Amtsgeschäfte im Sinn. Die Staatskassa ist leer, und anstatt diese zu sanieren widmet sich Romulus lieber seiner Hühnerzucht in seiner Villa in Campanien. Eines Tages wird ihm durch den Reiterpräfekten Spurius Titus Mamma gemeldet, dass die germanischen Völker nicht mehr zurückzuhalten sind und nach Rom ziehen...

Wieso, ist Kultur etwas, das man retten kann?
Diese Antwort gibt Romulus seinem Innenminister auf die Aufforderung "unsere" Kultur in Anbetracht des Zerfalls, der alten Partnerschaften mit Konstantinopel, zu retten.
Zeno, der oströmische Asylwerber bleibt für die Gesellschaft unsichtbar!

Das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen reduziert sich auf Dialoge unter "Hühnerzüchtern".
Nebenschauplätze der Politik verlagern sich ständig: Von der Villa des Kaisers in Campanien bis zum Camp David in Maryland. Große Vorentscheidungen auf kleinen Plätzen. Im Hintergrund toben Gewalt und Korruption. Eine positive Veränderung dieser Abläufe ist nicht zu erkennen sowohl damals als auch heute. Die politischen Bemühungen, etwas zu verbessern, werden durch den Geldregen - Sesterzen - Euro - Dollar - korrumpiert. Die Figur des Cäsar Rupf ist überall anzutreffen und nicht aufzuhalten.

Friedrich Dürrenmatt (1921 - 1990) war ein Schweizer Dramatiker und Erzähler. Er bevorzugte die Komödie als »die einzig mögliche dramatische Form, heute das Tragische auszusagen. In "Romulus der Große" - Uraufführung 1949, Neufassung 1958 - vergegenwärtigte er mit Ironie und Satire alle erstarrten Konventionen eines selbstgefälligen Kleinbürgertums.


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