Theater

Romeo und Julia sind tot - Das Finale


Ab 2. Juni 2014 findet das Finale des Nachwuchs-Theater-Wettbewerbs 2014 statt. Die vier FinalistInnen präsentieren ihre 20-Minuten-Projekte in einer dreiwöchigen Spielserie.

Es werden zwei Preise vergeben:
- der Publikumspreis in Höhe von € 1000,-, den die Zuschauer durch Abstimmung vergeben – jede Eintrittskarte berechtigt zur Abgabe einer Stimme.
- der Jurypreis, der von einer Fachjury vergeben wird (heuer: Anna Maria Krassnig/Salon5, Genia Enzelberger/Kuratorium Stadt Wien und Gernot Plass/TAG). Er beträgt € 5.000,-, zur Verfügung gestellt vom Kuratorium für Theater, Tanz und Performance in der Stadt Wien für die weitere Ausarbeitung des Projektes in Bar&Co in der kommenden Saison.

Die Bekanntgabe der Preisträger erfolgt am 21. Juni 2013 im Anschluss an die letzte Vorstellung.

DIE FINALISTINNEN

Für Sie spielen wir die Hauptrolle
Julian Vogel, Patrick Rothkegel, Sophie Schmeiser,
Aleksandra Corovic, Bastian Parpan

Rolling Floyd
Lilian Matzke, Joris Löschburg, Friederike Hellmann

Zimmer No. 101
Adrian Jager, Ron Zimmering, Anita Könning, Jakob Beubler, Therese Herberstein

Morsch
Milena Michalek, Karl Ferdinand Börner, Anne Kulbatzki, Fabian Liszt, Pauline Fusban, Florian Haslinger, Johanna Wolff

DIE PROJEKTE:

Für Sie spielen wir die Hauptrolle
Ein Beitrag von Bankett
Der Kaffee am Morgen duftet in Gesellschaft besser.
Im hohen Alter rennt es sich alleine schlechter über die frühlingshafte Blumenwiese.
Auch Erinnerungen an Pillen sind gemeinsam angenehmer.
Und alleine durch die Kanäle von Venedig zu rudern, finden wir irgendwie fad.
Wir wollen die Welt verbessern, wir wollen das Leben sicherer machen, wir wollen der Gesellschaft nützlich sein und wir wollen spielen. Wir haben eine Idee und wir haben einen Plan. Alles was wir noch brauchen, ist Ihre Unterstützung …

Konzept: Bankett Künstlerische Leitung: Julian Vogel, Patrick Rothkegel
Dramaturgie, Produktion: Sophie Schmeiser
Es spielen: Aleksandra Corovic, Bastian Parpan

Rolling Floyd
Theaterstück mit Puppen und Menschen
Kern der Handlung ist der „Schrei nach Liebe“ – das Ringen der Protagonisten um Ohren und Aufmerksamkeit. In einer reizüberfluteten, hochtechnisierten und immer schneller werdenden Welt, im Zeitalter von Smartphones und Massenmedien, gibt es keine Zeit mehr für wahre Gefühle. Überfluss produziert massenweise Optionen und gleichzeitig existiert keine Realität mehr, die eindeutig von virtueller Realität zu unterscheiden wäre. Was muss das Individuum noch tun, um mit seinen selbstkreierten Images im Strom der Relativität zu überleben und ausreichend LIEBE zu finden?
Die vor hochemotionaler Notwenigkeit triefenden Songtexte der Rockmusik seit den 60er Jahren sind Zeugnisse einer anderen Epoche. Wir wollen unsere Protagonisten von heute mit den wahren Worten der Rocklegenden Rolling Stones und Pink Floyd ausstatten, um ihre gefrorenen Herzen (= Pink Stones) wieder aufzuwärmen. Die Puppen erkämpfen sich mit Texten, wie Spiel nicht mit mir, denn da spielst du mit Feuer! (Rolling Stones: Play With Fire) jeden erklimmbaren Mittelpunkt.

Text, Regie: Lilian Matzke Musik, Dramaturgie: Joris Löschburg
Schauspiel, Puppenspiel: Friederike Hellmann

Zimmer No. 101
Von der Liebe sagt man oft, sie beginne dort, wo wir aus den regelmäßigen Bahnen der Alltagsmaschine heraustreten. Sie ist eine Überschreitung und wie jede Überschreitung bedeutet sie Freiheit – und gleichzeitig das Verlassen eines geschützten Bereichs. Nach dem Übertreten der Linie gelten bestimmte Gesetzmäßigkeiten nur noch eingeschränkt und gewohnte Maßstäbe verlieren ihre Gültigkeit. Wohin gelangen wir, schreiten wir den einmal angefangenen Weg nur lange genug und bedingungslos weiter?
In Zimmer No. 101 kommt es zur ältesten aller Begegnungen: boy meets girl. In den scheinbar endlosen Zimmerfluchten eines Hotels treffen ein Mann und eine Frau immer wieder aufeinander. Mal führen ihre Gänge ins Leere und mal an Orte, zu denen sie nicht gelangen wollten, als sie die ersten Schritte setzten. Mit jeder Zimmertür, die sie öffnen, offenbaren sich jedes Mal auch Erinnerungen und Wünsche und mit jeder Türschwelle, die sie überschreiten, lassen sie auch eine neue Grenze hinter sich.

Text, Dramaturgie: Adrian Jager Regie: Ron Zimmering
Ausstattung: Anita Könning
Es spielen: Jakob Beubler, Therese Herberstein

Morsch
Yzma Theaterkollektiv
Ganz Europa ist aus den Fugen. Eine Nachricht geht um die Welt, die das europäische Erdenbürgertum erschüttert: Romeo und Julia sind tot. In einem brutalen Gewaltakt wurden sie Opfer eines Attentats. Allgemeine Schockstarre verbreitet sich. Dieses Verbrechen übertrifft Sämtliches.
Die Identität zittert vor dem drohenden Verlust. Das Eigene schaut bestürzt auf seine verschwimmenden Grenzen. Das Fremde grinst zerstörerisch: sein Ziel ist der Seelenraub.
Es wird der Prozess der Weltgeschichte ausgerufen. Europa gegen den Rest der Welt. Das Eigene gegen das Fremde. Denn nur einer Sache ist man sich sicher: Der Täter ist nicht-europäisch. Schließlich handelt es sich hier um einen Angriff auf die innersten Werte Europas. Auf das große Identitäts-Manifest. Die über Jahrtausende gewachsene Hochkultur steht auf dem Spiel, die Seele Europas.
Angstverzerrt hat man sich „Isolation“ auf die Schilder geschrieben und fordert Schutz für die Überbleibsel europäischen Gedankenguts.
Wenn heute Shakespeare sterben musste, wer stirbt dann morgen?

Text, Regie: Milena Michalek Text, Regieassistenz: Karl Ferdinand Börner Künstlerische Mitarbeit: Anne Kulbatzki Bühnenbild: Fabian Liszt
Es spielen: Pauline Fusban, Florian Haslinger, Johanna Wolff


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