Roman Scheidl, Katharina Puschnig - Zwei Welten


Nicht zufällig gewählt ist der Titel der Ausstellung „Zwei Welten". Denn die beiden befreundeten KünstlerInnen Katharina Puschnig und Roman Scheidl vereinen mit ihren Arbeiten zwei völlig unterschiedliche Welten.

Seit vielen Jahren arbeiten sie unter dem Namen TAMAMU auf der Bühne zusammen. Mit immer neuen Programmen und variierenden Besetzungen spielen sie in Theatern, Galerien und Museen.

In Roman Scheidls (geb. 1949) Malerei hat alles Platz, die Abstraktion, die Figuration und die Erzählung. In den Arbeiten der Ausstellung „Zwei Welten" pendelt Roman Scheidl im kreativen Austausch zwischen den beiden scheinbar widersprüchlichen Polen, der Tuschpinselzeichnung und der Ölmalerei hin und her.

Bei der Tuschzeichnung zeigt sich seine außergewöhnliche Meisterschaft in der Pinselführung. Das Ein- und Ausatmen des Universums begleitet den Strich und lässt dabei Bilder entstehen, die sich zu bewegen scheinen. Oft spielt der Tanz eine große Rolle und die abstrakten Kürzel in den Zeichnungen umschmeicheln die schwebenden Elemente wie kleine Erzählungen.

In der Ölmalerei hingegen spricht er aus der europäischen Tradition. Das Licht, der Rhythmus und der Farbauftrag vereinen sich zu seinem zentralen Anliegen, der Bewegung. Die Themen sind meist poetisch und philosophisch existentieller Natur. Titel wie „Die Brücke der Träume" „Die Sanfte" oder „Die drei Freiheiten" beschreiben das Spannungsfeld in dem Roman Scheidl und seine Malerei zuhause sind. Bewegung und Licht, Natur und Raum, Erzählung und Abstraktion sind seit vielen Jahren sein zentrales Anliegen.

Die Arbeiten, die in der Artothek zu sehen sind, reichen von den „französischen Quellen" und den Tanzzeichnungen hin bis zu den Ölbildern, die von einem starken, südlichen Farblicht durchflutet sind.

Katharina Puschnig (geb.1969) studierte zunächst Zoologie. Im Rahmen eines Studienaufenthaltes in Jordanien begann sie 1992 mit wissenschaftlichen Illustrationen von Insekten. 1996 entstanden die ersten Ölbilder. Der Blick für das Detail und die Vergrößerung blieben ein zentrales Thema. Ab 2001, inspiriert von einer Marokko-Reise, entstanden die ersten Arbeiten zum Zyklus „Fauna arabica". Ölbilder mit dem Thema Natur-Kultur im Dialog, ein endemischer Käfer auf einem nordafrikanischen Fliesenmosaik.
Der neueste Zyklus zeigt großformatige Papierarbeiten, inspiriert von afrikanischen Textilien, aber mit einer völlig neuen, abstrahierten Bildersprache. Thematisch bleiben die Vergrößerung, der Kultur-Natur-Dialog und der Blick ins Detail. Durch die Gouache-Aquarell-Acrylmischtechnik auf Büttenpapier wirken die Arbeiten fast selbst wie aus Stoff. Vorbilder sind Tücher aus Marokko und Tunesien, aus Ghana, Nigeria oder Kamerun. All diese Muster sprechen die Sprache der Welt eines anderen Kontinents; sie führen in eine zweite Welt.


Vergangene Termine

  • So., 05.10.2014 - So., 01.02.2015

    Mo: Geschlossen
    Di: Geschlossen
    Mi: Geschlossen
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