Kunstausstellung

Roman Ondák - Erased Wing Mirror


Die Galerie Martin Janda zeigt von 22. Januar bis 8. März 2014 die dritte Einzelausstellung von Roman Ondák.

Ein großformatiges Gemälde im Stil des sozialistischen Realismus aus den 1950er Jahren zeigt eine Szene an einem Staudamm im Norden der Slowakei. Es befand sich im Elternhaus des Künstlers, ebenso wie die Objekte, die Roman Ondák in diese Szenerie versetzt: ein Teil einer Holztür, auf den eine rostrot lackierte Röhre montiert ist (Mailbox, 2013). Ondáks Vater stellte diesen Briefkasten aus einem abgesägten Leitpfosten her – eine verbreitete Praxis in der Slowakei in den 1980ern, notwendige Gebrauchsgegenstände aus Objekten, die eigentlich einem anderen Zweck dienten, zu improvisieren. Der Prototyp eines solchen Briefkastens aus der gleichen Zeit taucht in einer zweiten großformatigen Arbeit auf: Die weiße Röhre sitzt auf einer kleinen, runden Tischplatte, die wie ein stark vergrößerter Ausschnitt in eine detaillierte Landkarte von Mitteleuropa eingefügt ist (Mailbox, 2014). Neben der Referenz zur Geografie und zur Herkunft des Künstlers verweisen die Werke auf das private Umfeld – der Tisch, auf den die Post gelegt wird, der Austausch und Empfang von Nachrichten und Information.

Auch in der titelgebenden Arbeit Erased Wing Mirror (2013) kombiniert Ondák zwei Ready mades: eine gefundene Reliefkarte der Slowakei und ein Objekt, das sein Vater in den 1990er Jahren anfertigte. Auf den ersten Blick mysteriös, entpuppt es sich als Schablone zur Reparatur eines kaputten PKW-Seitenspiegels. Ondák thematisiert die Idee der Auslöschung, dieser blinde Spiegel zeigt keine Reflexion, ist nur mehr die Fiktion eines Spiegels: „If you look back, there is never a full picture.“ (Ondák)

Um das Verändern von Perspektive geht es auch in der Installation Third Way (2013): Eine alte Holzleiter ist an die Wand gelehnt, davor bzw. mit ihr verschränkt steht eine im Maßstab stark verkleinerte, fein gearbeitete Stehleiter auf dem Boden. Die unterschiedlichen Größenverhältnisse werden in ihrer Absurdität zur Metapher für einen Perspektivenwechsel.

Roman Ondák, geboren 1966 in Žilina, lebt und arbeitet in Bratislava (SK).

Öffnungszeiten:
Di–Fr 11–18 Uhr und Sa 11–16 Uhr


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