World Music

Rokia Traoré


Auf ihrem aktuellen Album „Né So“ singt Rokia Traoré „Strange Fruit“ von Billie Holiday, die Darstellung einer blutigen Szene im rassistischen Süden der USA der 1930er Jahre. Dem erschütternden Jazz-Klassiker geht ein still-fröhliches Loblied über Kolokani, Traorés Geburtsort (etwa 180 km nördlich von Mali), voraus.

Auf „Strange Fruit“ folgt die Titelnummer „Né So“, in der die Sängerin rezitierend der Millionen Flüchtlinge gedenkt, die „ohne eine Idee, wann sie zurückkehren würden“ ihre Häuser verlassen. Heimat, Rassismus, Flucht – das sind nur drei der starken Themen, die die 1974 geborene Sängerin, Schauspielerin und Komponistin in ihren Songs anspricht. 1997 gelang ihr der internationale Durchbruch. 2003 stellte sich das Kronos Quartett an, um mit ihr zu musizieren. 2009 gewann sie einen der „Victoires de la Musique“. Die Preisverleihung koinzidierte freilich mit dem Entschluss, von Paris wieder nach Mali zurückzuziehen.

Die ungeheuer intensive, von persönlicher schmerzlicher Erfahrung geprägte CD „Beautiful Africa“ war der nächste Höhepunkt in der Musik-Karriere der vielseitigen Künstlerin. Davor hatte sie unter anderem mit Regisseur Peter Sellars zusammengearbeitet und war dabei im Mozart- Jahr 2006 auch in Wien als Schauspielerin aufgetreten. Rokia Traoré ist insgesamt, auch nach bald 20 Jahren Karriere, eine der charismatischsten, überzeugendsten und wachsten Stimmen Afrikas.

Besetzung:

Rokia Traoré, Gesang, Lead-Gitarre
Mamah Diabaté, N'goni
Stefano Pilia, Gitarre
Bintou Soumbounou, Back Vocals
Zonatan Dembélé, Bass
Moise Outtara, Schlagzeug


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