Kunstausstellung

Robert Mapplethorpe - Objects


Die Galerie Thaddaeus Ropac präsentiert die Ausstellung Objects mit Unikaten von Robert Mapplethorpe aus seinen frühen Jahren als junger Künstler, die von Collagen bis hin zu seinen ersten Polaroids reichen.

Von 1963 bis 1969 besuchte Robert Mapplethorpe das Pratt Institute in Brooklyn, wo er Malerei und Bildhauerei mit dem Schwerpunkt Grafik studierte. Während dieser prägenden Jahre schuf er zahlreiche dreidimensionale Objekte, Zeichnungen und Collagen unter Verwendung unterschiedlicher Medien. Erst 1971, als er sich eine Polaroid-Kamera auslieh, begann er fotografische Aufnahmen sowie Ausschnitte aus Büchern und Magazinen in seine Collagen einfließen zu lassen. Damals waren Polaroid-Bilder weit verbreitet, denn es handelte sich um ein problemlos zugängliches Medium. Mapplethorpe nutzte die Spontaneität der Polaroid-Kamera zu seinen Zwecken und entwickelte eine künstlerisch-spielerische Sprache mit dem kleinformatigen Bildausschnitt, um den aktuellen Augenblick festzuhalten oder um eine verführerische Sexualität zu vermitteln. Erst nach 1975, als Sam Wagstaff – damals Kurator für Fotografie und Sammler fotografischer Werke sowie Mapplethorpes Mentor und Liebhaber – ihm eine Hasselblad 500 Kamera gab, begann Mapplethorpe sich vollständig in das Medium Fotografie zu vertiefen.

Diese prägenden Jahre von etwa 1968 bis 1972 waren eine sehr entscheidende Phase für Mapplethorpe, in der er sich schnell von einem Thema zum nächsten bewegte und einen Inspirationsreichtum erfuhr, der sich später zum Herzstück seiner berühmtesten fotografischen Werke der nächsten zwei Jahrzehnte entwickeln sollte.

In seinen künstlerischen Anfängen tendierte er – unter dem Einfluss seiner traditionellen katholischen Erziehung – zu Darstellungen mit religiösem Hintergrund. Symbolische geometrische Motive inspirierten ihn und er schuf zahlreiche Collagen und Arrangements, die wie aus der christlichen Bildtradition bekannt, eine kompositorische Dreiteilung aufnehmen aber über die Grenzen traditioneller religiöser Darstellungen hinausgingen. Er beschäftigte sich auch mit dunkleren Themen, schwarzer Magie, Tantra Art und er entwarf Tarotkarten, deren Abbildungen er durch Männerfiguren aus pornografischen Männermagazinen ersetzte.

Zu den Ausstellungsstücken zählt auch der 1986 angefertigte, kleinformatige Originlabzug von Mapplethorpes berühmtem und faszinierendem Selbstportrait aus dem Jahr 1983, das ihn als jungen Mann mit Satyr-Hörnern zeigt, die als knöcherne Auswüchse aus seiner Lockenpracht hervorragen. Mapplethorpe wählte dieses Werk als Titelbild für eine erlesene, französisch-englischsprachige Ausgabe von Rimbauds dichterischem Werk A Season in Hell, das mit Fotografien von Mapplethorpe illustriert ist.

Die Exponate vermitteln Zärtlichkeit, Feingefühl und Spontaneität. Sie sind wahrhaftige Raritäten seiner kreativen Darstellungen und lassen sich wie visuelle Gedichte lesen. Sie sind wesentlicher Bestandteil seines künstlerischen Schaffens und zählen zu den Werken, die das J. Paul Getty Museum und das Los Angeles County Museum of Art (LACMA) kürzlich aus dem Nachlass der Robert Mapplethorpe Foundation erworben haben.


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