Klassik

Ritwik Sanyal


Ritwik Sanyal, Professor für Vokalmusik an der Banaras Hindu-Universität, zelebriert Dhrupad als ideale Form zur Vergeistigung. Im Innen des Menschen kann das Außergewöhnliche erreicht werden.

Mitwirkende:

Ritwik Sanyal (Meister des Dhrupad)
Ribhu Sanyal (Dhrupad Sänger)
Tapash Kumar Das (Pakhawaj / Doppelfell-Trommel)

Das Paradies wohnt als eine göttliche Energie im lebendigen Körper des Menschen. Dhrupad ist keine Musik, die sich nach außen wendet, sondern das Erleben des Inneren bewirkt.

Seit Dhrupad vor fast einem Jahrtausend aus dem Ozean der Musik und des Tanzes in Indien hervorging, befindet sich diese Form des Musizierens im Spannungsfeld zwischen einer öffentlichen Darbietung (die an nordindischen Fürstenhöfen als „Sache des Herzens“ stattfand) und der inneren Einkehr. Allein ihr dient Dhrupad den Sängern und den begleitenden Instrumentalisten.

In der Wahrnehmung geriet Dhrupad als introvertierte Erscheinung in den Schatten der anderen indischen Musikformen und bewahrte dadurch seine ursprüngliche Form auch in Zeiten von Kommerzialisierung. Dhrupad wird von Exponenten wie Ritwik Sanyal sorgfältig in die Gegenwart überliefert. Zunächst versenkt sich der Sänger ohne Begleitung mit einer von allem losgelösten Improvisation und wechselnden Tempi in den Raga, die melodische Form und ihre Verzierungen. In den Sanskrittexten sind Lobpreisungen Krishnas und seines Lebens, aber auch Heldenverehrung und Bewunderung weiblicher Schönheit enthalten.

Auf der Wanderschaft in das Innen durchläuft dann die eigentliche Komposition von Dhrupad mehrere Phasen. Der Unveränderlichkeit (indisch „sthayi“), die im mittleren Oktavraum verharrt, tritt als Kontrast das Innere („antara“) in der oberen Oktave gegenüber. Die Wanderung („sancari“) durch den mittleren und oberen Tonraum kann mit einem Bogen („abhoga“) zurück zum Ausgangspunkt führen.

Der Rhythmus der Wanderung entsteht aus den Handschlägen auf die Holztrommel Pakhawaj, deren komplexe Bespannung mit Doppelfellen ein unendlich weites Klangspektrum ergibt, in dem es zu Verschmelzungen mit der Gesangsstimme kommt. Ritwik Sanyal, Professor für Vokalmusik an der Banaras Hindu-Universität, zelebriert Dhrupad als ideale Form zur Vergeistigung. Im Innen des Menschen kann das Außergewöhnliche erreicht werden.

Begleitprogramm:

17:00 Film im Kino im Kesselhaus

SADHU – Auf der Suche nach der Wahrheit >>CH/Indien 2013 >>

Regie: Gaël Métroz

Ein aufrichtiges und offenherziges Porträt eines indischen Weisen auf der Suche nach dem richtigen Leben und ein tiefer Einblick in die indische Spiritualität.


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