Architektur Ausstellung

Ringstraße. Ein jüdischer Boulevard


Das Jüdische Museum Wien zeigt im Museum in der Dorotheergasse anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Wiener Ringstraße ab 25. März die umfassende Schau „RINGSTRASSE. Ein jüdischer Boulevard“. Neben jüdischen Unternehmern und Bauherren der prächtigen Palais, stehen auch die Kehrseiten der glanzvollen Ringstraßenfassaden, die sozialen Probleme und die zunehmende politische Radikalisierung, sowie die NS-Zeit und ihre Folgen im Mittelpunkt der Ausstellung.

Als nach der Schleifung der Wiener Stadtmauern rund um die Wiener Innenstadt ein Prachtboulevard entstand, wurde dieser zur ersten Adresse des Adels und des Großbürgertums. Unter den Bauherren der prächtigen Palais‘ entlang der Ringstraße waren auch zahlreiche jüdische Unternehmer und Bankiers, die zum wirtschaftlichen Aufschwung der Gründerjahre beitrugen und als Kunstsammler und Mäzene in Erscheinung traten. Die Kehrseite der glanzvollen Ringstraßenfassaden waren soziale Probleme und eine zunehmende politische Radikalisierung, die im Zuge der massiven ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts auftraten.
Besonders das Kleinbürgertum war als klassischer Modernisierungsverlierer empfänglich für den politisch geschürten Antisemitismus, der sich gleichermaßen der Stereotype des „armen, zerlumpten Ostjuden“, des „sozialistischen, jüdischen Aufwieglers“ oder des „kapitalistischen Wiener Börsejuden“ bediente. Glanz- und Schattenseiten der Ringstraßenära, der gesellschaftliche Aufstieg einer kleinen jüdischen Elite und der alltägliche Überlebenskampf der breiten jüdischen Massen, die politische Instrumentalisierung des Antisemitismus und ihre Folgen sind Thema der Ausstellung im Jüdischen Museum Wien.


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