Literatur

Richard Swartz: Wiener Flohmarktleben


Mit Wiener Flohmarktleben legt der schwedische Journalist und Schriftsteller Richard Swartz, seit 1976 auch in Wien lebend, ein interessantes Zwischenregister von Erzählliteratur vor: zwischen Erinnerung, Stadtreportage, Novelle und Feuilleton changierend könnte man gut von »Atmosphärenerzählung« sprechen. Seine Wahrnehmungen und Erlebnisse auf Wiener Flohmärkten, erst am »Hof« (damals schon war Swartz in Wien), später dann am »Naschmarkt«, setzt er als Bezugsrahmen für seine Kindheitserlebnisse in der mit Antiquitäten und Trödel ausgestatteten Wohnung seiner Großmutter in Stockholm.

Diese lebte zur Entrüstung der Familie in freier Beziehung mit einem Freund, der noch dazu auf Flohmärkten billig erworbene, anonyme Gemälde »verbesserte«, ergänzte, signierte und wieder verkaufte, u.a. unter dem mysteriösen Pseudonym P.C. Ducray. Der Junge durfte sonntags als Gehilfe diesem eigenwilligen Kunstmaler bei seiner Arbeit assistieren ... Richard Swartz, *1945 in Stockholm; Studium in Stockholm und Prag, ab 1972 Osteuropa-Korrespondent des Svenska Dagbladet. Die Reportagensammlung Room Service. Geschichten aus Europas Nahem Osten (1996) wurde in über zehn Sprachen übersetzt. Er lebt abwechselnd in Stockholm, Wien und Sovinjak (Istrien) und schreibt regelmäßig für verschiedene internationale Zeitungen. Weitere Bücher in deutscher Übersetzung: Zwiesprache. Vier Tage im Jahr 1989 (mit Péter Nádas, 1994); Ein Haus in Istrien. Roman (2001); Adressbuch. Geschichten aus dem finsteren Herzen Europas (2005); Der andere nebenan. Eine Anthologie aus dem Südosten Europas (Hg., 2007); Über den Rand hinaus. Essay (2007); Notlügen. Erzählungen (2012).


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